Auch Algeriens Minister Chakib Khelil kann in Rom das Gerede über „Peak-Oil“, über das Überschreiten der Ölförderobergrenze, nicht mehr hören: „Wir haben immer geliefert, was gebraucht wurde.“ Man solle lieber die Energieeffizienz erhöhen, um den Verbrauch zu senken. Die Opec ruft zum Ölsparen auf.
Und das Kartell öffnet sich: Am Wochenende treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Opec – erst zum dritten Mal seit 1960. Und die Organisation hat mehr als 300 Journalisten nach Riad eingeladen. Die saudische Regierung bietet viertägige Kennenlern-Touren an – inklusive Besuch im Hauptquartier von Saudi-Aramco. Selbst das beinahe heilige und bisher stets abgeschottete Treffen der Ölminister, das parallel zum Gipfel stattfindet, wird nun durchzogen von Pressekonferenzen, bei denen die Ölmänner der Welt Fragen beantworten wollen.
Ein Schuldeingeständnis soll die Charmeoffensive freilich nicht sein. Die Opec will nur nicht mehr ausschließlich hinter verschlossenen Türen debattieren. Die Ölbarone geben sich bescheiden.
1975, auf ihrem ersten Gipfel, sonnten sich die Opec-Staatschefs in ihrer neuen Macht. 15 Jahre nach der Gründung des Kartells hatten sie den Ölpreis auf 11,46 Dollar je Barrel gepusht. Ihre Öleinnahmen hatten sich auf über 100 Milliarden Dollar vervierfacht. In den folgenden Jahrzehnten erlebte die Opec eine Berg-und-Tal-Fahrt. Mal schossen die Preise nach oben, mal brachen sie ein. Doch der Trend ging stets nach oben – die Opec bekam den Markt immer besser in den Griff.
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