Das Kartell lernte, das Angebot feinzusteuern. „Selbst als der Krieg zwischen Iran und Irak tobte, saßen deren Ölminister mit am Konferenztisch und diskutierten über die Ölpreise“, erinnert sich Manouchehr Takin, der neun Jahre im Opec-Generalsekretariat zu Wien arbeitete. „Es hat in den Opec-Debatten verschiedene Fraktionen gegeben“, sagt er, „aber eines ist immer gleich: Saudi-Arabien hat die größten Reserven und wünscht daher moderate Preise, damit die Kunden dem Öl treu bleiben.“
Aber natürlich sollen die Kunden im Westen weiterhin abhängig bleiben von der Droge Öl. Im Abschlussdokument des zweiten Opec-Gipfels anno 2000 in Caracas heißt es denn auch, Ziel der Opec müsse sein, „die Rolle, die Öl in der Energieversorgung der Welt spielt, zu bewahren und auszubauen“.
Die Rolle der Opec geriet dagegen in ihrer Geschichte immer wieder unter Druck. Neue Förderregionen wie die Nordsee, Alaska, Sibirien oder der Golf von Mexiko machten ihr Konkurrenz. Die Schlüsselrolle im Weltmarkt streitig machen konnten sie ihr jedoch nie. Und die Einnahmen der Opec-Länder stiegen und stiegen. Nach Schätzungen des US-Energieministeriums dürften es 2007 658 und 2008 762 Milliarden Dollar werden.
Um die geschätzten Kunden nicht zu vergrätzen, könnte der Opec-Gipfel von Riad ein Signal des guten Willens geben. „Es ist möglich, dass die Ölminister die Produktion rein aus PR-Gründen um eine Million Barrel anheben“, sagt Manouchehr Takin. Nur: „Am Markt kommt das allerdings erst im März an, und bis dahin könnten die Preise schon wieder deutlich gefallen sein.“
Das Opec-Paradox: Je weniger Öl ihr bleibt, desto mächtiger wird sie. Ihre Zukunft verspricht eine goldene zu werden, sagt Ölexperte Gernot Klepper: „Der Marktanteil und damit der Einfluss der Opec wird wieder steigen.“
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