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17.01.2006 
Minen in Afrika erleben Boom

Uran erlebt eine Renaissance

Der Rohstoff Uran ist nicht erst seit dem Streit um das iranische Atomprogramm wieder in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.

Anfang des Jahres hatte bereits der Gasstreit der Ukraine und Russlands in Deutschland die Debatte um Atomkraft angefacht. Und auch das starke Interesse Chinas an günstigem Atomstrom deutet auf eine Renaissance des Urans hin. Dies wurde gerade erst auf der Klimakonferenz in Sydney deutlich. Im Preis hat sich das wachsende Interesse bereits niedergeschlagen. Noch im Jahr 2000 kostete ein britisches Pfund (454 Gramm) Uran nur acht Dollar, im November 2004 waren es bereits gut 20 Dollar und heute wird das Pfund am Kassamarkt für 36,50 Dollar gehandelt. Experten rechnen damit, dass die Uranpreise noch weiter anziehen werden.

Die Ursache für die Verteuerung liegt vor allem in der klaffenden Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Nach Einschätzung des Adig-Fondsmanagers Klaus Breil deckt die laufende Produktion nur zwei Drittel des Bedarfs. „Ein Drittel wird noch aus recycelten Militärbeständen gedeckt“, sagt er. Und der Bedarf steige weiter. Weltweit gebe es 120 bis 140 Projekte für neue Kernkraftanlagen, die in den nächsten zehn Jahren realisiert werden – über die Hälfte davon in China und Indien. „Die Uran-Bergbaukapazitäten müssen weiter ausgebaut werden“, sagt Breil. „Die höheren Preise finanzieren diese Investitionen.“

Einige Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich die Lücke schließen wird und etwa im Jahr 2009 ein leichter Angebotsüberschuss erreicht werden könnte. „Nach einer Periode von mehr als 15 Jahren, in der die Nachfrage das Angebot übertroffen hat, glauben wir, dass sich der Uran-Markt in die Balance zurückbewegt“, sagt etwa John Redstone von Desjardins Securities in Montreal. Doch bis es so weit ist, erwarten viele Experten steigende Preise. Mehrere Analysten haben ihre Prognosen bereits nach oben revidiert. Fraser Phillips von RBC Capital Markets rechnet für 2006 nun mit einem Durchschnittspreis von 40 (zuvor 32,50) Dollar. Die Analysten von UBS Invest Research hatten im November ihre Prognose von 27 auf 38 Dollar angehoben.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Es ist zu erwarten, dass der enge Uran-Markt in den nächsten Jahren fortbesteht“

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