Der Ölpreis geht nach einer Schwächeperiode Anfang Dezember stark aus dem Jahr 2007: Um die 97 Dollar betrug der Preis vergangenen Freitag, nur 3 Dollar unter dem Rekordwert. Insgesamt rechnet die Internationale Energie-Agentur für 2008 mit einem Nachfrageanstieg auf 87,7 Millionen Barrel am Tag. Die IEA hat diese Prognose aber schon gesenkt. Die weltweite Analystenschar erwartet für 2008 ein Preisniveau von rund 70 Dollar für das Barrel.
Diese Vorhersagen gehen aber nur auf, wenn die Politik mitspielt: Wenn sich die Lage im Irak und Iran weiter entspannt, sollte das den Ölpreis drücken. Ebenso eine Annäherung zwischen Israel und den Palästinensern, wie es sich zur Zeit abzeichnet. Wenn es aber umgekehrt zu Bombenangriffen auf iranische Atomanlagen käme, der Irak doch im Bürgerkrieg versänke oder Saudi-Arabien von einer neue Anschlagswelle der Islamisten getroffen würde, sind solche Prognosen nichts mehr wert. Das gilt auch, falls der Präsident von Venezuela, Hugo Chavez, seine Drohungen eines Öl-Boykotts gegen die USA wahr machte.
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Die deutschen Energiekunden wären gut beraten, wenn sie nicht auf massiv fallende Preise spekulieren würden: Schon zu Jahresbeginn etwa verschärfen sich die Vorschriften zur Beimischung von Biokomponenten in Auto-Kraftstoff. Weil diese Stoffe, meist Biodiesel und Bioethanol, aber viel teurer als Öl sind, muss auch der Autofahrer mehr dafür zahlen. Denn die Ölkonzerne reichen diese Kosten des Klimaschutzes an der Tankstelle direkt weiter.
Für die Benzinpreise erwartet der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hingegen eine Entspannung. Walter rechnet für das kommende Jahr mit niedrigeren Preisen. Der Preis für Rohöl werde bis zum Jahresende von knapp 100 auf etwa 80 Dollar je Fass fallen, sagte Walter der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Das wird Auswirkungen auf die Preise an den Tankstellen in Deutschland haben.“
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