Der Konjunkturexperte des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Michael Bräuninger, äußerte sich ähnlich. Wenn sich die politische Lage in Erdölförderländern wie Nigeria entspanne und der Winter in Europa mild bleibe, sei ein Rückgang auf 80 Dollar zu erwarten, sagte er der "Passauer Neuen Presse". Benzinpreise von mehr als 1,50 Euro dürften allerdings normal werden. DIW -Ökonomin Kemfert erklärte der "Bild"-Zeitung zu ihrer Zehn-Jahres-Erwartung: "Sollte sich der Ölpreis verdoppeln, was nicht unwahrscheinlich ist, und der Dollarkurs normalisieren, würde der Liter Super vier Euro kosten."
Nach einer Erhebung des Energie-Informationsdienstes (EID) führte der 100-Dollar-Rekord bisher kaum zu Preissteigerungen an den Tankstellen. Der EID ermittelte laut "Berliner Zeitung" kürzlich einen Durchschnittspreis für Super von 137,5 Cent je Liter. In der Vorwoche lag er bei 137 Cent. Auch der Dieselpreis an den Zapfsäulen sei fast unverändert geblieben. Wirtschaftsminister Michael Glos versuchte, den Höchstwert für seine Forderung nach Rücknahme des Atomkraftausstiegs zu nutzen. Ein Verzicht auf Kernenergie sei nicht sinnvoll, sagte der CSU -Politiker der "Frankfurter Rundschau". Mit seiner Haltung stößt er auf erbitterten Widerstand der SPD.
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