So sichern Sie sich ab
Kann ich meinem Geschäftspartner trauen?

Das Haus bauen, die Wohnung vermieten, einen guten Arzt bezahlen – im Alltag gehen Verbraucher oft risikoreiche Geschäfte ein. Wer sichergehen will, prüft seinen Vertragspartner schon im Vorfeld genau.
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DüsseldorfEin Traum vom Landleben - das sollte für Lea Meissner* und ihren Mann Andreas ein alter Restguthof in der Nähe von Bremerhaven werden. Sie mussten ihn sanieren, zu allererst das Dach. Das Paar beauftragte einen Dachdecker aus dem Ort. "Wir hatten beide ein komisches Bauchgefühl", erzählt die 28-Jährige. Dennoch habe das Paar beschlossen, dem Handwerker den Zuschlag zu geben - er kam aus der Nähe und sein Angebot habe von denen anderer Dachdecker nicht besonders abgewichen. Ein Fehler, wie es sich später zeigen sollte.

Zunächst waren die Bauleute schnell auf dem Dach, doch: "Dann kamen sie unregelmäßig, dann kamen sie eine Woche lang gar nicht", sagt Meissner. Das war im Mai vergangenen Jahres. Inzwischen weiß das Ehepaar: Der Dachdecker war insolvent. Eine Recherche des Bremer Vereins Privater Bauherren ergab, der Mann habe acht Haftbefehle wegen eidesstaatlicher Versicherung am Hals.

Nun kämpfen die Eheleute um ihr Geld. Von der Vergleichssumme von 10.000 Euro hat der Handwerker bislang nur 2.500 Euro bezahlt. Den Rest müssen sie nun vor Gericht erstreiten. Eine Bonitätsauskunft haben sie sich vor Vertragsschluss nicht eingeholt: "Wir haben nicht gewusst, dass so viel schief gehen kann."

Der Fall zeigt: Auch bei Geschäftsbeziehungen zwischen privaten Auftraggebern und Unternehmen geht Kontrolle vor Vertrauen. Für Unternehmen und Banken ist es selbstverständlich, die Bonität der eigenen Kreditpartner im Vorfeld zu prüfen. Für Privatleute ist das noch neu.

Doch: „Es gibt einen Trend, dass sich Verbraucher über die Bonität ihrer Partner informieren. Sie  wollen sich absichern, wie auch sonst jeder, der geschäftlich unterwegs ist“, sagt Andreas Lehmann von der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Das gelte insbesondere dann, wenn große Investitionen anstehen. Gerade im Baugeschäft ist es gar nicht Mal unwahrscheinlich, an eine insolvente Firma zu geraten: Mit 1828 eröffneten Insolvenzen im ersten Quartal 2012 ist der Bau die zweitstärkste Branche, wenn, es um Pleiten geht, zeigt ein Bericht des statistischen Bundesamtes.

Doch nicht nur am Bau - wer weder Zeit noch Geld verschwenden möchte, prüft auch beim Abschluss von Miet- und Arbeitsverträgen oder bei der Suche nach dem richtigen Arzt sein Gegenüber genau.

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