Accessio AG
DAB Bank muss Schadensersatz zahlen

Erfolg für geschädigte Aktionäre der insolventen Accessio AG: Die Direktbank DAB Bank muss die Anleger entschädigen.
  • 1

MünchenErstmals haben geschädigte Anleger der insolventen Accessio AG erfolgreich gegen die DAB Bank geklagt. Das Oberlandesgericht München verurteilte die Direktbank am Dienstag zu einer Schadenersatzzahlung.

Die Kunden hatten durch die Vermittlung des Wertpapierhandelshauses Driver & Bengsch Geld auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto bei der DAB Bank angelegt. Driver & Bengsch, die spätere Accessio AG, nutzte dies aus und verkaufte rund 48.000 Kunden zusätzlich hochriskante Wertpapiere. Im Jahr 2007 waren 314 Millionen Euro dort angelegt.

Accessio ging in Insolvenz und die Kunden blieben auf den Verlusten sitzen. Daraufhin klagten die Anleger zweieinhalb Jahre vergeblich gegen die DAB Bank. Nun bekamen zwei von ihnen vor dem Oberlandesgericht München recht. Die Bank muss den Schaden gutmachen. Allerdings kann sie gegen das Urteil beim Bundesgerichtshof Revision einlegen. So lange muss sie auch nicht zahlen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Accessio AG: DAB Bank muss Schadensersatz zahlen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ja, so „lange muß sie auch nicht zahlen“ und auch wenn der BGH entscheidet, daß Driver & Bengsch bzw. Accessio, die inzwischen auch schon Pleite angemeldet hat, im Zusammensiel mit der DAB in betrügerischer Absicht den grauen Kapitalmarkt abgeschöpft haben, dann bleibt immer noch die Frage offen, ob die Delinquenten auch zahlen können, was sie da angerichtet haben. So lange hier zu Lande auch Kandidaten mit offenbar krimineller Energie leicht durch die laxen Prüfmaschen der BaFin schlüpfen können, stimmt etwas nicht mit dieser Wirtschaftsordnung - Daran können nachträgliche Gerichtsentscheidungen auch nichts mehr ändern. Denn wo nichts mehr ist, hat sogar der Kaiser sein Recht verloren.
    Ob das neue Anlegerschutzgesetz von 2011 dafür sorgt, daß nicht weiterhin jährlich 20 bis 30 Mrd. € dem grauen Kapitalmarkt in – gelinde gesagt – unseriöser Absicht entzogen werden, bleibt abzuwarten. Ich glaube es nicht, solange der Anleger, durch eine vorgespielte Rendite geblendet, jede ökonomische Vernunft vergessen lässt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%