Anlagebetrug Der nächste Madoff kommt bestimmt

Vor fünf Jahren flog das Betrugssystem von Bernard Madoff auf. Der Börsenmakler verursachte mehr als 50 Milliarden Dollar Schaden. Einen Teil erhalten Anleger zurück, doch die Kontrollen der Branche sind noch zu schwach.
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Es fehlen Kontrollen gegen Anlagebetrüger

DüsseldorfNach außen war es ein gut laufender Investmentfonds eines angesehenen Finanz- und Börsenmaklers. Doch dahinter verbarg sich ein hoch komplexes Schneeballsystem, das mehr als 50 Milliarden Dollar Schaden verursachte. Vor fünf Jahren war der Betrug von Bernard Madoff aufgeflogen. Geprellte Anleger hoffen nun, zumindest einen Teil ihres Geldes zurückzubekommen.

Angefangen hatte Madoff in den 1960er Jahren mit einem Investmentunternehmen. Er gehörte dann zu den Vorreitern beim elektronischen Wertpapierhandel und betrieb schließlich jahrzehntelang ein riesiges System, in dem Anlegerkapital von einer Ecke in eine andere verlagert wurde.

Dabei wurden die Gelder der Anleger gar nicht investiert, sondern neue Einzahlungen genutzt, um die Ausschüttungen an frühere Investoren zu zahlen. Vor fünf Jahren ist der heute 75jährige Madoff verhaftet worden, nachdem er seinen Söhnen den Betrug gestanden hatte. Er wurde von einem US-Gericht zu 150 Jahren Haft verurteilt.

Das System aus mehreren ineinander verschachtelten Fonds war so komplex, dass letztlich kaum ein Privatanleger eine direkte Geschäftsbeziehung zu Madoff hatte. Deshalb konnten sie ihre Forderungen nicht direkt im Insolvenzverfahren geltend machen.

„Madoff-Insolvenzverwalter Irving Picard hat knapp zehn Milliarden Dollar eingesammelt und zum Teil bereits an geschädigte Fonds ausgezahlt“, sagt Annerose Tashiro, Rechtsanwältin und Leiterin des Cross-Border-Teams bei der Kanzlei Schultze und Braun.

Das Geld müssen die Fonds zwar an die Anleger weiterleiten, „aber dennoch haben einige Anleger noch kein oder erst wenig Geld erhalten“, so Tashiro. Neue Hoffnung macht nun ein Topf, den das US-Justizministerium für die Geschädigten zur Verfügung gestellt hat. Dieser wurde mit beschlagnahmtem Vermögen aus den strafrechtlichen Ermittlungen gegen Madoff und beispielsweise seinen Familienangehörigen gefüllt.

Mehr als zwei Milliarden Dollar stehen als Entschädigung bereit
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10 Kommentare zu "Anlagebetrug: Der nächste Madoff kommt bestimmt"

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  • http://de.wikipedia.org/wiki/Bernard_L._Madoff.
    Offensichtlich hat der die Insrigen Leit geschädigt.
    Das hätte ich nie gedacht..

  • Deminor hilft ebenfalls beim Ausfüllen und Einreichen der Anträge beim Madoff Victim Fund in den USA

  • Der / Die nächste Madoff ist sicher schon da.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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  • Wenn das Amok-gelaufene Weltfinanzsystem seinen letzten Atemzug macht, wird endlich klar werden, welche apokalyptische Dimension des Betrugs dieses fiat-money-Konstrukt beinhaltet.

    Diese Wahrheit wird am klarsten durch die Angst vor einem bank run beschrieben. Der Wert der Einlagen hängt davon ab, dass nicht Viele gleichzeitig auf die Idee kommen, den Wert zu testen.

  • Madoff hat den Fehler gemacht, das Umlageverfahren der gesetzlichen Sozialversicherungen zu kopieren. Er hätte wissen müssen, daß solche Schneeballsysteme nur funktionieren, wenn sie von Wohlfahrtsstaaten organisiert werden. Oder im staatlichen Fall dann das ganze einfach soziale Gerechtigkeit und nicht Anlagebetrug genannt wird.

  • Erst hat man die Bevölkerung in Riester-/Rürupsparverträge getrieben, jetzt, mit der Niedrigzinspolitik, treibt man das Volk in Aktien und somit die Arme auch in die Arme eben jener Anlagebetrüger, den Zockerbanken

  • Die französische Kralle Lagarde will sowieso alle enteignen. Besser, man hat Schulden!

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