Finanzkompetenz für Kinder
Wenn der Goldesel streikt

Woher kommt eigentlich das Geld? Und was kann man damit machen? Schon Kleinkinder verstehen, dass Spielsachen Geld kosten und die Eltern dafür arbeiten müssen. Wie aus dem Nachwuchs kleine Finanzexperten werden.
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Düsseldorf/Bochum„Bricklebrit, Brick-le-brit!“, rufen knapp 60 Kinder und warten gespannt – doch nichts passiert. Der Esel will einfach keine Goldtaler ausspucken. Ob es wohl daran liegt, dass er nur ein Stofftier ist? Nein, auch ein Esel aus Fleisch und Blut produziert kein Gold. Das gibt es nur im Märchen. Doch woher kommt dann unser Geld? Aus dem Geldautomaten?

Die Drei- bis Sechsjährigen im Evangelischen Familienzentrum Hand in Hand in Bochum schauen ein bisschen ratlos. Doch dann rufen einige: „Dafür muss man arbeiten!“ Ganz genau. Aber was hat das Thema Geld eigentlich in einer Kindertagesstätte zu suchen? Sollten die Kleinen nicht einfach mit dem Esel und anderen Kuscheltieren spielen, ohne sich solche Gedanken zu machen?

In dieser Woche nicht. Denn die Kinder sollen einige Grundlagen rund ums Geld lernen. Das Konzept stammt von Kirstin Wulf. Die Wahl-Berlinerin hat Anfang 2012 mit ihrem Partner das Projekt „Bricklebrit – Eltern. Kinder. Geld“ gegründet. In Workshops reden sie mit Eltern darüber, wie Geldthemen in den Alltag integriert und Kindern und Jugendlichen spielerisch Finanzwissen und Werte vermittelt werden können. Gefördert wird die Aktion in Bochum durch das Netzwerk Finanzkompetenz NRW.

„Man kann gar nicht früh genug anfangen, Kinder an Geld und Finanzthemen heranzuführen“, sagt Wulf. „Genauso wie Erwachsene leben auch Kinder in einer Konsumwelt und sollten rechtzeitig lernen, damit umzugehen.“ Bei den Eltern in Bochum stieß das Ansinnen auf großes Interesse. „So viele Eltern waren lange nicht zu einem Elternabend gekommen“, sagt Astrid Schröder, Leiterin des Familienzentrums.

Kommentare zu "Wenn der Goldesel streikt"

Alle Kommentare
  • Kleinen Kindern den Unwert des Fiat-Geldes beizubringen ist völlig kontraproduktiv, da diese Kindern damit nur zu Mitläufern eines nicht mehr funktionierenden Systems werden, anstatt später die Ursachen der Krise zu beseitigen über wirklichkeitsnähere Denkmodelle und das Ursachenverständnis!

  • Na dann erläutern Sie bitte Ihre Argumente. Insbesondere die Werthaltigkeit von Kapitalstöcken privater Versicherer angesichts negativer Realzinsen, Schuldenschnitten sowie debt-to-equity swaps interessiert mich. Und erläutern Sie auch bitte, wie man einen asset-meltdown vermeidet, wenn private Versicherer weltweit zwischen 2020 und 2040 ihre Anlagen auflösen, weil die Bevölkerung in vielen Ländern zur gleichen Zeit massiv altert.
    Und zu guter Letzt möchte ich auch wissen, warum unser Staat an der Lohnsteuer festhält, wenn denn angeblich immer weniger Arbeitnehmer überfordert sind, Staatsaufgaben zu finanzieren.

  • Sie haben ja so recht. Bildung macht eben auch blöd. Wenn die Erziehung in Sachen Wirtschafts- und Finanzsystem so aussieht dann lieber keine Bildung. Unverbildetete Kinder erkennen wahrscheinlich diesen Irrsinn im Finanzsystem eher als irgendwelche BWL-er. Schließlich ist es ja auch ein Kind in "Des Kaisers neue Kleider", welches laut ausruft, daß der Kaiser nackt ist.

  • Gestern stand ich im Shop meines Telefonanbieters und wurde Zeuge folgender Szene: Ein Paar von etwa 20 Jahren -sie schwanger- schloss einen neuen Mobilfunkvertrag mit 24-monatiger Laufzeit ab. Man wollte das neueste Smartphone der Firma XY haben. Monatliche Fixkosten des Vertrages etwa 40€. Im Gespräch stellte sich heraus, daß man noch einen Vertrag bei Vodafone mit 18-monatiger-Restlaufzeit hatte. Leider war das Smartphone aber nicht mehr aktuell genug. Während ich am liebsten laut schreien wollte, hat der Vertriebsmitarbeiter ohne mit der Wimper zu zucken den Neuvertrag abgeschlossen. Der Weg in die Privatinsolvenz steht leuchtend und klar am Horizont...

  • Tja und ich grübele seit Tagen, wie ich meinen Kindern erkläre, wieso sie ihr Geld auf das Sparbuch (0,15% Sparkasse bzw 0,25% Volksbank) legen sollen. So haben es die Urgroßeltern, Großeltern und die Eltern gemacht. Aber wie soll bei 0% Zins ihr Erspartes wachsen, damit sie sich einen lang ersehnten Wunsch erfüllen können?
    Vielleicht gehen wir auch zum Edelmetallhändler und kaufen einige Silbermünzen?
    Wir leben in einer Zeit, in der selbstverständliche Dinge nicht mehr gelten. In der die Politik nach Belieben Märkte und Gesetze außer Kraft setzt. In der die Kinder Opfer vollkommen willkürlicher Entscheidungen werden. Wie soll ich das vermitteln?
    Meine Großeltern haben Wertgegenstände im Garten verbuddelt. Damit sind sie gut durch zwei Weltkriege, mehrere Währungsreformen und etliche Krisen gekommen. Vielleicht sollten wir das unseren Kindern zeigen?

  • Sehr richtig.
    Interessant wie die Kleinsten indoktriniert werden, während man am Lehrplan der Pflichtschulen die Masse unwissend über das Schuldgeldsystem hält. 8 Jahre Pflichtschule, 12 Jahre bis zur mittleren Reife, und aus den Wirtschaftsstudien kommen ebenfalls unwissenden Schuldsklaven und alle Schafen blöken im Chor: wir brauchen WACHSTUM! Klar braucht ihr das, damit der exponentielle Zinseszins bedient werden kann. Also schuftet schön produktiv, damit die Geschäftsbanken, die Geld aus dem Nichts erzeugen, nachdem sie davor Sicherheiten gekrallt haben, schöne fette Boni auszahlen können. Und auch, wenn das Pyramidensystem eines Tages zusammenkracht, damit die Politschauspieler mit euerem Steuergeld das verbrecherische Finanzgebäube "retten" können!
    Ihr seid ja so "mündig" und "uafgeklärt"! Und damit das so bleibt, indoktrinieren sie jetzt schon die Kleinsten.
    Ein ekelhaftes totalitäres Regime. Und das Stimmvieh merkt's nichtmal.

  • Sie verstehen leider den Unterschied zwischen "normalem Kredit" und Geldschöpfung nicht.
    Sie hätten tatsächlich Recht,
    - wäre die Aufgabe der Bank tatsächlich die Herstellung der Fristenkongruenz zwischen Sparern und Kreditnehmern, wie es zumindest zu DM-Zeiten noch feigenblattmäßig behauptet wurde
    - wäre die Geldschöpfung vom Kredit unabhängig und würde nur "echtes" Geld als Kredit gegeben.

    Da aber weder das eine noch das andere der Fall ist, ist Ihr Kommentar leider reine Desinformation. Ohne die Gewährung von Neukrediten ist gesamtsystemisch nicht mal mehr die Zinszahlung möglich, da Geld nur als Kredit gegen Zins aus dem Nichts entsteht und jede Tilgung eine "Geldvernichtung" (als Gegensatz zur Geldschöpfung) bedeutet.
    Eine "Kreditklemme" ist daher systemgefährdend.

    Der Zins ist kein Risikoausgleich für tatsächlich überlassenes echtes Geld, sondern die risikolose Abzocke der Kreditnehmer, da die Bank eine Luftbuchung gegen echte Werte tauscht.

    Und damit wollen Sie noch die armen Kinder indoktrinieren? Sie zu Zinssklaven erziehen?
    Schämen Sie sich!!!

  • Was ist an Kreditgeld Schlechtes? die Idee dahinter ist doch lediglich eine wette auf die Zukunft. Kredit gibt es, wenn alles richtig läuft, nur wenn alles auf zukünftige Erträge hindeutet. Kredit ist lediglich ein Vorschuss darauf. Letztlich ist jeder Wert in Geld ausgedrückt nichts anderes als eine Ertragserwartung oder eine theoretische Ertragserwartung (z.B. Eigenheim)
    Damit ist Geld und insbesondere Kredit nur ein Mittel um Erträge wieder zu investieren und zinsen sind lediglich eine Beteiligung an zukünftiger Ertragserwartung für die Überlassung bereits erzielter Erträge zur Gewinnung neuer Erträge.
    Das ist im Prinzip ein sehr kluges System. Probleme entstehen, wenn Kredite auf Ertragserwartungen basieren, die nicht eintreffen können und dies erst später auffällt. Nichts anderes ist in der Krise passiert sowohl bei den Banken als auch bei den Staatsschulden.
    Möglich wurde das nur, weil die Gesetze die sicherstellen sollen, das das nicht passiert, von der Politik beseitigt wurden, um sich für Wahlversprechen höher verschulden zu können.

  • sie müssen noch sehr viel über Geld und Wirtschaft lernen. Wenn ich ihren Kommentar so lese, ist es ein Wunder, das die Rentenversicherung nicht schon längst pleite ist.
    Es braucht keine Absicht die gesetzliche Rente zu ruinieren, wenn man so wenig Ahnung über die Zusammenhänge hat wie sie.

    H.

  • Kinder sollten vor allem einen kritischen Umgang mit Geld und der Finanzindustrie lernen. Derzeit kann einem jedes Kind herunterbeten, dass die gesetzliche Rentenversicherung "pleite" sei und dass "man" später keine Rente mehr bekäme, wenn man nicht privat vorsorgt. Dass die gesetzliche Rente vorsätzlich demontiert wurde, obwohl die Demografie mit einer 42-Stundenwoche, mehr Vollzeitjobs für Frauen und Lohnerhöhungen im Produktivitätsfortschritt locker zu stemmen wäre, weiß dagegen kaum einer. Genauso wenig, dass die private Vorsorge angesichts negativer Realzinsen ziemlich mau ausfallen MUSS (ganz abgesehen von den hohen Verwaltungskosten der privaten Versicherer).
    Die Kinder müssen auch unbedingt lernen, warum die Wirtschaft erst den schlanken Staat predigt und warum dieser schlanke Staat in der Finanzkrise Billionen von Euros in private Finanzunternehmen stecken musste, weil sie ja "systemrelevant" wären.
    Und dass man für Geld arbeiten muss, gilt für Ehrensoldempfänger oder 131er-Pensionäre nur eingeschränkt. Auch das sollten Kinder lernen.

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