Anlegerrecht
Die Stunde der Wahrheit bei Prokon

Anfang Mai soll Prokon in die Insolvenz gehen. Für Anleger ist viel verloren. Aber nicht alles. Experten rechnen schon mal durch, was die Genussrechte noch Wert sind. Anleger müssen mit deutlichen Verluste rechnen.
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Ist Prokon zahlungsunfähig oder nicht? Geht der Windparkbetreiber in die Insolvenz? Noch ist dazu kein Richterspruch vorhanden. Doch aller Voraussicht nach wird das Amtsgericht Itzehoe am 1. Mai eine Regelinsolvenz beschließen. Das Ratespiel, was die Genussrechte der Anleger noch wert sind, wäre damit aber noch nicht beendet.

Seit gut drei Monaten kämpfen sich rund 20 Anwälte durch Kisten und Akten in Itzehoe, drei Gutachterbüros wälzen die rechtliche Frage, ob eine Firma, die überwiegend über Anlegergeld in Form von Genussrechten finanziert ist, überhaupt pleite gehen kann.

Wenn das jetzt entschieden ist, lautet die bange Frage der Anleger immer noch: Wieviel sehen sie von ihrem Einsatz wieder? Keine hundert Prozent, das ist jetzt schon klar. Klar ist ebenfalls: Einen Totalverlust wird es ebenfalls nicht geben.

Prokon kann die gekündigten Genussrechte in der Höhe von insgesamt 400 Millionen Euro nicht zurücknehmen und die Anleger ausbezahlen, ist deswegen zahlungsunfähig. Es ist aber offensichtlich genug Substanz da, um die 75.000 Anleger mit ihrem eingezahlten Kapital von knapp 1,4 Milliarden Euro nicht ganz leer ausgehen zu lassen.

Verlässliche Zahlen wird es erst in einigen Wochen geben. Aber Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin hat bislang immerhin verlauten lassen, die Insolvenzquote sei „nicht im ganz unteren Bereich“.

Gerechnet haben mehrere, allen voran Carsten Rodbertus, der Firmengründer. Noch kurz vor der Pleite hatte er seinen Anlegern vorgegaukelt, dass ihre Genussrechte, das sind stimmrechtslose, zinsberechtigte Anteilsscheine, in Wahrheit 130 Prozent ihres Nennbetrags wert seien. Wegen all der vorhandenen stillen Reserven.

Kommentare zu " Anlegerrecht: Die Stunde der Wahrheit bei Prokon"

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  • Joah also bei um die 30% Verlust bin ich auch angekommen.
    Allerdings blieb der Plan dazu ohne jedes Kommentar.
    Scheinbar sind da die Hedge-Fond-Anbieter schon zu stark
    involviert. Und so werden wohl viele Hundert Leute ihren
    Arbeitsplatz verlieren.

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