Anlegerschutz
Brüssel will neue Gesetze auf den Weg bringen

Die Kreditinstitute kämpfen noch mit der Umsetzung der neuen Regelungen zur Protokollpflicht - doch schon zeichnen sich weitere Initiativen der EU-Kommission ab. Von den Brüsseler Plänen sind auch deutsche Anlageberater betroffen. Abgesehen hat es die Kommission besonders auf zu komplizierte Produktinformationen.
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DÜSSELDORF. Der EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy macht ernst. Zum Schutz der Anleger sollen in den nächsten Monaten neue Initiativen der Kommission auf dem Gebiet der Finanzdienstleistungen in nationales Recht der Mitgliedsstaaten umgesetzt werden. Damit sind auch deutsche Anlageberater von den Plänen aus Brüssel betroffen.

Die Initiativen beziehen sich einerseits auf den Vertrieb so genannter Kleinanlegerprodukte wie beispielsweise Investmentfonds, fondsgebundene Versicherungen oder Zertifikate, andererseits auf das europäische Investmentrecht.

Besonders bei den Anlegerinformationen zu diesen Kleinanlegerprodukten sieht die EU-Kommission Handlungsbedarf. In der Vergangenheit bemängelten Experten und Verbraucherschützer oftmals eine zu komplizierte, nicht anlegergerechte Darstellung in den Produktinformationen. Hinzu kommt: Viele Bürger zählen zu Finanz-Analphabeten, es mangelt oftmals an der finanziellen Bildung, sodass Anleger bei Entscheidungen schnell überfordert sind. Gerade zu deren Schutz sollen die neuen Anlegerinformationen klar verständlich sein und Anleger nicht in die Irre führen. Ziel ist es auch, die Finanzprodukte auf diese Weise für den Laien einfacher miteinander vergleichbar zu machen.

Deshalb möchte die Brüsseler Behörde die Anlegerinformationen weitgehend standardisieren - alle für eine fundierte Anlageentscheidung relevanten Daten sollen darin enthalten sein. Dazu zählen unter anderem die Ertragskraft und die Risiken sowie die Funktionsweise und die Gebühren der einzelnen Produkte. Offen bleibt allerdings, wie schon in der Vergangenheit, an welchem idealtypischen Anleger die Verständlichkeit der Informationen gemessen wird. Ein Problem, das bereits bei der Umsetzung der MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) mit dem "verständigen Anleger" auftrat.

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