Anlegerschutz
EU-Länder beschließen neue Regeln für Geldanlage

Die EU-Länder wollen Verbraucher bei der Geldanlage besser schützen. Doch die konkreten Maßnahmen sind dem EU-Parlament noch zu schwammig. Auch die Spekulation mit Lebensmittelrohstoffen bleibt wohl erlaubt.
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LuxemburgDie EU-Länder haben neue Regeln für Geldanlagen und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei komplizierten Finanzprodukten beschlossen. Die von den EU-Finanzministern am Freitag in Luxemburg verabschiedete Novelle der Finanzmarkt-Richtlinie (Mifid) sieht unter anderem vor, dass die Anbieter ihre Kunden über die anfallenden Kosten eines Finanzprodukts informieren sollen. Doch diese Auflage bleibt dem EU-Parlament zu schwammig, das der Neuregelung ebenfalls noch zustimmen muss. Im Parlament wird nun mit langen und schwierigen Verhandlungen gerechnet.

Die EU-Volksvertreter fordern, dass Banken und andere Finanzdienstleister genau darlegen müssen, welche Kosten bei einer Geldanlage anfallen - etwa, ob ein Ausgabeaufschlag oder Abschlussgebühren erhoben werden. "Wir müssen schon dafür sorgen, dass die Menschen ihr sauer verdientes Geld, das sie sparen wollen für die Zukunft, so anlegen können, dass sie das, was sie mit dem Geld später mal machen wollen, auch wirklich tun können - und es nicht irgendwo in den Finanzmärkten verloren geht", sagte der federführende EU-Abgeordnete Markus Ferber (CSU) dem Deutschlandradio.

Die Hilfsorganisation Oxfam warf den EU-Finanzministern vor, im Rahmen der neuen Bestimmungen keine wirksamen Regeln für die Eindämmung von Nahrungsmittelspekulation beschlossen zu haben. "Schlupflöcher im Entwurf machen die Richtlinie zu einem ineffektiven Papiertiger ohne Biss", kritisierte David Hachfeld von Oxfam. Finanzinstituten bleibe es so weiterhin möglich, "im großen Stil" mit Lebensmittelrohstoffen zu spekulieren. "Das Risiko, dass Menschen in armen Ländern sich wegen Wetten auf Grundnahrungsmittelpreise keinen Weizen und Mais mehr leisten können, wird billigend in Kauf genommen."

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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