Arbeitsrecht
Arbeitszeugnis gefälscht - Fristlose Kündigung unwirksam

Die Unterschrift seines Chefs zu fälschen, rechtfertigt nicht immer eine Kündigung. Das geht aus einem am Donnerstag bekanntgewordenen Urteil des Arbeitsgerichts in Frankfurt hervor (AZ sieben Ca 263/10).
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HB FRANKFURT/MAIN. Um sich als Organisationsleiter bei einem Giroverband zu bewerben, hatte sich ein Sparkassen-Teamleiter sein Arbeitszeugnis selbst geschrieben. Auf einem Blanko-Formular ergänzte er den Text und kopierte die Unterschrift des Geschäftsführers darunter. Als seinen Vorgesetzten das Zeugnis zugespielt wurde, kündigten sie dem Mann fristlos.

Der Klage des Gefeuerten gegen die Sparkasse wurde nun stattgegeben, der Arbeitnehmer muss weiter beschäftigt werden. Laut Urteil ist der Vorfall zwar als „außerdienstliches Fehlverhalten“ zu werten, habe aber keinerlei Einfluss auf die Arbeitsleistung des Teamleiters oder die „betriebliche Verbundenheit aller Mitarbeiter“.

Er dürfe somit nicht als Kündigungsgrund herangezogen werden, auch wenn es sich möglicherweise um eine Straftat gehandelt habe.

Kommentare zu " Arbeitsrecht: Arbeitszeugnis gefälscht - Fristlose Kündigung unwirksam"

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  • Dieses Urteil ermächtigt doch alle Arbeitnehmer sich selbst ein Zeugnis auszustellen und die Unterschrift zu fälschen. in diesem Fall muß der Geschäftsführer mit einem "Unterschriftenkopierer" weiter zusammenarbeiten. Diesem Verbrecher kann man doch nichts mehr glauben? Das Urteil des Richters entspricht nicht dem Rechtsempfinden der bevölkerung!

  • Was für ein Rechtsempfinden hat dieser Richter, der so ein Urteil im Namen des Volkes verkündet?
    Sofortige Entlassung aus dem Richteramt und beamtenverhältniss, gerichtsverfahren wegen Rechtsbeugung und Aberkennung des Jura-Studiums wegen Dummheit.
    Danke

  • Manche Leute arbeiten bei uns als Richter, denen man nicht einmal das Fuettern der Huehner anvertrauen sollte.

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