Arbeitsrecht: Darf ich meinen Chef „blöder Sack“ nennen?

Arbeitsrecht
Darf ich meinen Chef „blöder Sack“ nennen?

Der Druck nimmt zu, in Stressphasen kann es zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern krachen. Im Interview erklärt der Anwalt Christoph Abeln, wann vorlaute Mitarbeiter rausfliegen können.
  • 6

Herr Abeln, der Druck auf die Angestellten steigt von Jahr zu Jahr, gerade bei wichtigen Projekten oder in Veränderungsprozessen geht es ab und zu hitzig zur Sache. Welche Folgen können unbedachte Äußerungen gefährlich werden?

Die Kritisierung oder gar Beleidigung des Chefs kann zur Abmahnung oder verhaltensbedingter Kündigung führen. Ein beleidigender Arbeitnehmer verletzt seine arbeitsvertraglichen Pflichten, zu denen auch die Rücksichtnahme auf die berechtigten Belange des Arbeitgebers zählt.

Gilt das auch bei Ausfällen gegenüber Kunden?

Ja. Bei Beleidigungen des Arbeitgebers oder seiner Repräsentanten ebenso wie bei entsprechenden Äußerungen gegenüber Kollegen oder Kunden. Auch Äußerungen außerhalb der Arbeitszeit können eine Beleidigung darstellen, wenn sie dem Arbeitgeber oder einem Vertreter zugehen.

Wann gilt eine Aussage als Beleidigung?

Nicht jede kritische Bemerkung des Arbeitnehmers ist eine Beleidigung. Ein Vorgesetzter muss sachlich begründete Kritik hinnehmen. Auch am Arbeitsplatz gilt das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Das gilt nicht für Schmähkritiken oder Formalbeleidigungen. Die Abgrenzung ist oftmals schwierig.

Inwiefern?

Nicht jede Äußerung, die der Arbeitgeber als grobe Herabwürdigung seiner Person versteht, wird auch juristisch als solche gewertet. Bei der Beurteilung wird stets der Einzelfall geprüft: Welche Bildungsgrad hat der Arbeitnehmer, wie war die psychische Verfassung, die Gesprächssituation? Entlastend wirken auch Provokationen vom Chef oder traditionell raue Umgangsformen im Betrieb.

Seite 1:

Darf ich meinen Chef „blöder Sack“ nennen?

Seite 2:

Kommentare zu " Arbeitsrecht: Darf ich meinen Chef „blöder Sack“ nennen?"

Alle Kommentare
  • Umgekehrt.

  • "Darf ich meinen Chef „blöder Sack“ nennen?"

    Aber ja doch, wenn es nachweislich stimmt!?

  • Letztlich hat diese Schweige- und Unterwerfungshaltung auch einen wesentlichen beitrag zum Entstehen dieser Finanzkrise beigetragen.

    Deswegen kann man diesen brain-Wash-Artikel gerne in die Tonne kippen.

    Leute, wenn euch was nicht passt raus damit.

    Wer nur seinen Job behält weil er's Maul hält kann ihn auch gleich an den Nagel hängen.

    Ekelhaft was für eine Haltung hier mal wieder in der "freien" Presse propagiert wird.

Serviceangebote