Arbeitsrecht Kritik am Chef ist kein Kündigungsgrund

Ein neues Urteil stärkt die Rechte von mitteilsamen Arbeitnehmern: Wer in einem vertraulichen Gespräch mit einem Kollegen seinen Chef kritisiert, riskiert keine fristlose Kündigung. Öffentliche Anfeindungen dagegen schon.
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dpa MAINZ. Kritische Äußerungen über den Arbeitgeber, die in einem vertraulichen Gespräch zwischen Kollegen gefallen sind, rechtfertigen keine fristlose Kündigung. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem aktuellen Urteil. Nach dem Richterspruch gilt dies jedenfalls dann, wenn der Mitarbeiter davon ausgehen durfte, der Inhalt des Gespräches werde vertraulich bleiben (LAG Rheinland-Pfalz­ 1 Sa 230/09).

Das Gericht gab der Kündigungsschutzklage einer Arbeitnehmerin statt. Die Klägerin hatte sich in einem Plausch mit einer Auszubildenden kritisch über den Arbeitgeber und die Betriebsatmosphäre geäußert. Dieser erfuhr von der Kritik und kündigte der Mitarbeiterin wegen übler Nachrede und Beleidigung fristlos.

Das LAG sah dafür keinen Anlass. Zwar könne eine Ehrverletzung durchaus die fristlose Kündigung rechtfertigen. In einem vertraulichen Gespräch gefallene Äußerungen würden jedoch vom Recht auf Privatsphäre geschützt. Wenn dabei allein ein Gesprächspartner die Vertraulichkeit breche, könne dies nicht zulasten der übrigen Gesprächsteilnehmer gehen.

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