Arbeitsrecht
Kündigung: Die miesen Tricks der Chefs

In Krisenzeiten steigt die Gefahr, wegen vermeintlicher Bagatellen den Job zu verlieren. Nicht nur Fehler in der Spesenrechnung, die Mitnahme von Arbeitsunterlagen oder flapsige Äußerungen dienen dann als Vorwand für eine Kündigung. Was Mitarbeiter jetzt besser wissen sollten.
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DÜSSELDORF. Die Nachrichten machen Angst: Die HSH Nordbank baut 1 000 Stellen ab, SAP 3 000, die Metro gleich 15 000. Im März dieses Jahres stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um 78 000. Von einer Entspannung am Arbeitsmarkt kann keine Rede sein, die Welle baut sich gerade auf. Fast jedes Unternehmen fährt ein Sparprogramm, egal ob verdiente Führungskraft oder einfacher Arbeiter. Hunderttausende fürchten um ihren Job.

Kommt es zum Personalabbau stehen aktuell fast alle Verantwortlichen vor dem gleichen Problem. "Die Trennung soll möglichst wenig kosten und Leistungsträger nicht durch eine fällige Sozialauswahl aussortiert werden", sagt Christoph Abeln, Inhaber einer gleichnamigen Kanzlei für Arbeitsrecht in Berlin und Frankfurt. Das Problem: Beides auf einmal geht in der Regel nicht. Das deutsche Arbeitsrecht schützt Familien, Ältere und Kranke. Wenn eine Kündigung wegen fehlender Sozialauswahl nicht rechtens ist, müssen die Arbeitgeber spätestens im Gerichtsverfahren hohe Abfindungen anbieten oder den Mitarbeiter weiter beschäftigen.

Arbeitgeber suchen Vorwände

In diesem Dilemma werden viele Vorgesetzte schwach und suchen einen Vorwand für eine schnelle und günstige Trennung. Die ebenso zweifelhafte wie naheliegende Lösung sind personen- oder verhaltensbedingte Kündigungen. Wer sich etwas zu schulden kommen lässt oder wegen Krankheit nicht mehr arbeiten kann, fliegt - so will es das Gesetz. Was den Unternehmer eigentlich vor kriminellen Mitarbeitern schützen soll, wird in der Krise zum Vorwand für eine billige und einfache Trennung. "Selbst bei vermeintlichen Kleinigkeiten wie Fehlern bei der Spesenabrechnung oder respektlosen Äußerungen droht der Jobverlust", sagt Abeln.

Momentan durchleuchten viele Arbeitgeber das Verhalten ihrer Angestellten auf der Suche nach einem Kündigungsgrund. Spesen, Verspätung, Arbeitsleistung, Heimarbeit, Krankheit und Temperamentsausbrüche: Auf den nächsten Seiten erklärt Handelsblatt.com wann es für Mitarbeiter gefährlich wird und wie sich Betroffene schützen können.

Hier geht es direkt zu den einzelnen Abschnitten:

Bei der Spesenabrechnung lauern Gefahren


Pünktlichkeit ist angesagt


Vom Leistungsträger zum "Low Performer"


Arbeitsunterlagen gehören auf die Arbeit


Krankheit zieht als Kündigungsgrund nur selten


Vorsicht bei der Wortwahl im Büro


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Kommentare zu " Arbeitsrecht: Kündigung: Die miesen Tricks der Chefs"

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  • Wenn mein Projektleiter mich ständig provoziert, niedermacht, beobachtet, er ist schließlich auch Angestellter,
    und darauf hinweist das Frauen quälen eine Ursache ist, wie soll ich als Kollege reagieren? Die Unternehmen reagieren daraufhin nicht bzw motivieren diesen Projektleiter noch.

    Das interessiert die nicht.

    Diese Leute sitzen weiterhin in hochbezahlten Positionen.
    Gewalt gegen Frauen und sozial Schwächere: beliebter Volkssport in deutschen Unternehmen.
    Und nicht zu vergessen: Frauen beteiligen sich gleichfalls gerne an solchen Hetzaktionen.

    Da kommen sie sich so richtig stark vor.

    Mariana Mayer, Leiharbeiterin bei Alcatel
    Das Subunternehmen und seine Unterstützer war jedoch ausschließlich deutsch

    Seit 5 Jahren aufgrund von zahlreichen Mobbingaktionen arbeitslos.

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