Arbeitsrecht
Unsoziale Kündigung rechtens

Langjährige Mitarbeiter genießen nicht in jedem Falle einen Kündigungsschutz. Nach einem aktuellen Urteil können auch langjährige Mitarbeiter mit besonderer sozialer Schutzbedürftigkeit ihren Job verlieren. Wenn der Mitarbeiter nicht einsatzfähig ist, ist in bestimmten fällen eine Kündigung rechtens.
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HAMBURG. Hohes Alter, lange Betriebszugehörigkeit und besondere soziale Schutzbedürftigkeit schließen eine Kündigung nicht zwingend aus. Auf ein entsprechendes Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein weist die Deutsche Anwalts- und Steuerberatervereinigung der mittelständischen Wirtschaft (DASV) hin.

Im vorliegenden Fall hatte eine Autowerkstatt einem Mitarbeiter nach rund 40 Jahren Betriebszugehörigkeit gekündigt. Grund war ein Umsatzrückgang um 70 Prozent. Der 55-Jährige hat keine Berufsausbildung und kann wegen einer Lese- und Rechtschreibschwäche keinen Computer bedienen. Er besitzt zudem keinen Führerschein. Bei seiner Kündigungsschutzklage argumentierte der Mann unter anderem, dass er die längste Betriebszugehörigkeit habe und der sozial schwächste Mitarbeiter sei.

Die Kieler Richter lehnten die Klage in dem Berufungsverfahren ab. Alter, Betriebszugehörigkeit und Schutzbedürftigkeit führten nicht automatisch zur Unkündbarkeit. In dem speziellen Fall habe der Kläger keine Computer bedienen und keine Testfahrten machen können. Die beiden in der Werkstatt beschäftigten Automechaniker habe er nicht vertreten können. Der Arbeitgeber sei auch nicht dafür verantwortlich, dass sich der 55-Jährige nicht fortbildete. (LAG Schleswig-Holstein 3 Sa 153/09).

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