Arbeitsrecht: Wann Facebook und Xing den Job kosten

Arbeitsrecht
Wann Facebook und Xing den Job kosten

Soziale Netzwerke wie Xing oder Facbook gehören bei zahlreichen Positionen zum Joballtag. Wer mitmacht, kann aber den Job riskieren. Wann Arbeitgeber zu Kündigungen greifen.
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DüsseldorfFacebook beschäftigt jetzt auch die Arbeitsgerichte. In den USA entließ ein Ambulanz-Service eine unliebsame Mitarbeiterin. Der Grund: Die Gewerkschafterin hätte ihre Vorgesetzte im sozialen Netzwerk mit spöttischen Bemerkungen bedacht. Der Arbeitgeber nutzte die Gelegenheit und feuerte die Angestellte.

Auch in Deutschland beobachten viele Headhunter, Arbeitgeber oder missliebige Kollegen die Einträge bei Facebook, Linked In oder Xing sehr genau. Das Dilemma: Soziale Netzwerke werden für die Karriere immer wichtiger. Bei falscher Nutzung könnte diese aber schneller beendet sein als gedacht.

"Jeder Angestellte, der Karriere machen möchte, sollte privat ein entsprechendes Netzwerk nutzen", sagt Matthias Busold, Berater bei der Personalberatung Kienbaum. Headhunter und Personaler checken das Netz. Um Kandidaten für konkrete Positionen im Netz zu finden, scannen sie die Profile auf sozialen Netzwerken. Kompromittierende Informationen können ein Ausschlusskriterium sein. Andererseits gilt auch: Wer als Verkäufer 800 Xing-Kontakte vorweisen kann, hat gegenüber einem Konkurrenten mit 15 Kontakten bei einer Einstellung sicherlich erstmal einen Vorteil.

Auch im täglichen Joballtag ist die Präsenz in sozialen Medien mittlerweile für bestimmte Berufsgruppen Pflicht. "Für Mitarbeiter mit Außenkontakt wie im Bereich Vertrieb oder Marketing wird ein professioneller und zielführender Auftritt mittlerweile vom Arbeitgeber vorausgesetzt", sagt Busold. Die goldene Regel: Nur wer auf sein Netzwerkkonto eingezahlt und es gut aufgebaut hat, kann auch in einer Bedarfssituation auf Unterstützung bauen.

Die Recherche in sozialen Netzwerken ist heute fast schon Routine bei der Personalauswahl. Die Personaler können etwa recherchieren, ob der Kandidat einer ungenehmigten Nebentätigkeit nachgeht oder wie es um seinen Ruf bestellt ist.

Doch in Zukunft gelten voraussichtlich neue Regeln für die Arbeitgeber. Das Bundeskabinett hat dem Entwurf eines Gesetzes zur Regelung des Beschäftigtendatenschutzes zugestimmt. Der Entwurf regelt insbesondere die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten bei der Einstellung und während des Beschäftigungsverhältnisses. Personaler sollen demnach personenbezogene Daten in Zukunft von den Beschäftigten oder Bewerbern selbst erheben. Für allgemein zugängliche Daten muss der Arbeitgeber den Beschäftigten vor der Erhebung darauf hinweisen. Dann darf er diese ohne Mitwirkung des Arbeitnehmers erheben.

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