Arbeitsrecht
Welche Schimpfwörter den Job kosten

Im Joballtag geht es schnell hitzig zu. Ein falsches Wort kann aber die fristlose Kündigung bedeuten. Welche Kraftausdrücke Mitarbeitern den Job kosten und was sie ihrem Chef ungestraft an den Kopf werfen dürfen.
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DüsseldorfDas war dann doch des Guten zu viel. Ein Angestellter beim Straßenbau der Stadt Mönchengladbach verkündete seinem Vorgesetzten vor den Kollegen: "Ich hau dir vor die Fresse, ich nehme es in Kauf, nach einer Schlägerei gekündigt zu werden, der kriegt von mir eine Schönheitsoperation, wenn ich dann die Kündigung kriege, ist mir das egal." Was der Angestellte schon beim Ausspruch seiner Drohung ahnte, bestätigte heute das Arbeitsgericht Mönchengladbach (Az. 6 Ca 1749/12).

Die fristlose Kündigung des seit 1987 bei der Stadt Mönchengladbach beschäftigte Mannes sei rechtens. Der Gekündigte habe seinen Vorgesetzten "in strafrechtlich relevanter Art und Weise bedroht". Zudem sei er ungefähr ein Jahr zuvor wegen Bedrohung seines damaligen Chefs bereits einschlägig abgemahnt worden. Auch ergab die Beweisaufnahme dem Gericht zufolge keinen Beleg für die Behauptung des Arbeiters, er sei von seinem Vorgesetzten massiv provoziert worden.

Der Druck im Job nimmt zu, vielfach liegen die Nerven blank. Wer die Kontrolle verliert und seinem Chef die Meinung sagt, riskiert dann seinen Job. Doch die Rechtslage ist nicht immer so eindeutig wie bei dem Straßenbauarbeiter in Mönchengladbach. Im Arbeitsalltag verwischen schnell die Grenzen zwischen einer klaren Meinungsäußerung und unbotmäßigen Beleidigungen. Handelsblatt Online erklärt, wann Mitarbeiter den Job riskieren, und welche Äußerungen der Chef erdulden muss.

Wer seinem Chef all zu unverblümt die Meinung sagt oder die gebotene Distanz zu Kollegen vermissen lässt, begibt sich arbeitsrechtlich auf dünnes Eis. „Die Zeiten, in denen die Rechtsprechung Arbeitnehmern im betrieblichen Alltag ein Höchstmaß an Mäßigung abverlangte, sind zwar vorbei. Arbeitnehmer geben ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nicht mehr an den Werktoren ab“, erläutert Alexius Leuchten, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei Beiten Burkhardt in München.

Dennoch empfehle es sich, im betrieblichen – wie auch im privaten - Umfeld gewisse Umgangsformen einzuhalten. „Tun Beschäftigte das nicht, riskieren sie im Extremfall sogar eine außerordentliche Kündigung“, so Leuchten.

Kommentare zu " Arbeitsrecht: Welche Schimpfwörter den Job kosten"

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  • schön, dass nicht nur ich von meinem frauenlastigen büroumfeld so geprägt bin. ja, der islam wird dies alles wieder zu recht rücken

  • "Ignoriert man Menschen, so zeigt man ihnen, wie uninteressant sie sind.
    Das ärgert diese mehr, als sich kindisch, mit unüberlegten Schimpfworten, auf das gleiche Niveau herabsetzen."

    Genau! Nur ja kein ehrliches, gerades Wort mehr! Gift statt Faust. Das Paradies für Frauen.
    Was für eine ekelhafte Endzeitgesellschaft wir doch geworden sind, in der der Geradlinige, Aufrichtige besraft, der Hinterlistige belohnt wird.
    Gleichzeitig aber über Mobbing und die immer mieseren Betriebsklimata jammern.
    "Ignorieren, das ärgert den anderen viel mehr".
    Ja, darum geht's...
    Ihr habt echt nichts anderes verdient.
    Glücklich der, der finanziell unabhängig ist und diesen Rattenstall nur von außen beobachten muß. Richtig arm sind die ehrlichen und geradlinigen Ameisen nach altem deutschem Schlag.

  • "Das schlimmste Unrecht ist jenes, welches im Gewande des Rechts daherkommt."

    Reinster Marxistischer Irrsinn!

    "Seit Jahren kommen Umfragen zu dem Ergebnis: Etwa zwei Drittel aller Frauen sind in ihrem Berufsleben bereits einmal Opfer sexueller Belästigungen geworden. Ein bedrückender Befund."

    Na sowas aber auch! Wo doch der Marxismus lehrt, daß es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Da ist noch viel an "Aufklärung" zu tun, bis diese überholten Vorstellungen von Männlein und Weiblein der EU-konformen Gleichheit gewichen sind!

    Wie [...] daherlaufen, die weiblichen Reize überall einsetzen, aber wenn ein Mann wie ein Mann und nicht wie ein kastriertes Weichei reagiert, dann zum Arbeitsgericht laufen, wenn's mit der Bevorzugung nichts geworden ist.

    Selbst wenn die Empörung Monate gebraucht hat, um zu entstehen, es findet sich immer ein marxistischer Trottelrichter, der unbewiesene Behauptungen in Tatsachen umlügt, um seinen krankhaften Gleichheitswahn voranzubringen.

    [...]

    Dann können die Gleichstellungsbeauftragten sich darum kümmern, ob die Burka schariakonform ist, oder nicht. :D

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