Aufbewahrungsfristen
Wenn Aufräumen teuer wird

Raus aus dem Aktenordner, hinein in den Reißwolf? Aber bitte nicht zu früh! Gesetzliche Aufbewahrungsfristen gelten zwar nur für Unternehmer, aber auch Privatleute sollten wichtige Unterlagen nicht zu früh wegwerfen.
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DüsseldorfEndlich Ordnung im Regal, weg mit dem Papierkram, hinein in die blaue Tonne. Das schafft Platz, kann aber teuer werden – nicht nur für Unternehmer, sondern auch für Verbraucher. Zwar gibt es für Privatleute - im Gegensatz zu Selbstständigen - in den meisten Fällen keine gesetzliche Pflicht, Unterlagen wie Rechnungen und Verträge aufzubewahren. In ihrem eigenen Interesse sollten sie es aber trotzdem tun.

Nein, ein Ansporn für notorische Sammler soll an dieser Stelle nicht folgen, auch das akribische Archivieren jedes einzelnen Kassenzettels wird nicht angeraten. Dennoch gibt es auch im Alltag von Verbrauchern zahlreiche Dokumente, bei denen sich das Aufbewahren lohnt – zumindest für ein paar Jahre.

Wer einen Gegenstand kauft, auf den der Händler per Gesetz zwei Jahre Gewährleistung geben muss – egal ob es eine günstige Kaffeemaschine, ein teurer Fernseher oder eine neue Esszimmereinrichtung ist -, sollte den Kassenzettel oder die Rechnung gut aufbewahren. „Am besten drei Jahre lang, damit geht man auf Nummer sicher“, rät Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Gerade bei besonders teuren Anschaffungen ist es sogar sinnvoll, die Rechnung dauerhaft aufzubewahren. „Falls einmal die Hausratversicherung einspringen muss, kann man damit beweisen, wie viel die beschädigte Einrichtung oder die Elektrogeräte wert waren“, sagt Feck.

Auch das Sammeln von Kontoauszügen kann sich lohnen. Diese können im Streitfall als Beweis dafür dienen, dass eine Rechnung bereits beglichen wurde. „Zwar verjähren Rechnungen in der Regel nach drei Jahren (Paragraph 195, BGB), dennoch ist es sinnvoll, die Kontobelege erst vier Jahre nach dem Kauf zu schreddern“, sagt Ulrich Schellenberg, Rechtanwalt und Inhaber der Berliner Kanzlei Schellenberg Unternehmeranwälte.

Konkret beginnt die Verjährungsfrist am ersten Tag des Folgejahres und endet drei Jahre später am 31. Dezember. Wurde die Rechnung also beispielsweise im Juni 2012 ausgestellt, verjährt sie am 31. Dezember 2015.

„Nützlich sind die Kontoauszüge aber nicht nur bei einmaligen Rechnungen, sondern auch, um Abbuchungen während der Laufzeit eines Vertrages zu dokumentieren“, sagt Schellenberg. Im Notfall können Kontoauszüge auch später noch bei der Bank beantragt werden, das kostet jedoch Gebühren.

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