Bafin prüft Panama-Geschäfte
Aufseher legen härtere Gangart ein

Im Jahresbericht posiert das Direktorium der Finanzaufsicht Bafin im Stile der TV-Ermittler von „CSI: New York“. Die Behörde will gleich mehrere Fehltritte deutscher Kreditinstitute aufklären.
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FrankfurtDie Finanzaufsicht Bafin will die Verbindungen deutscher Banken zu Briefkastenfirmen in Panama besonders gründlich unter die Lupe nehmen. Neun Institute hatten der Bafin gegenüber eingeräumt, für Kunden in der Steueroase Panama aktiv gewesen zu sein. Das zieht nun ungewöhnlich akribische Untersuchungen der Aufsicht nach sich.

Denn anders als üblicherweise will die Finanzaufsicht diesmal nicht einfach Wirtschaftsprüfer zu den Banken schicken und die verdächtigen Geschäfte vor Ort untersuchen lassen. „Wir wählen da einen völlig neuen Ansatz und lassen uns alle Originaldokumente von den Instituten schicken und werten sie im eigenen Haus aus“, betonte der für die Bankenaufsicht zuständige Exekutivdirektor Raimund Röseler. In diesem Fall habe es die Bafin für angemessen gehalten, sich die Originaldokumente auch selbst anzusehen.

Dieses strengere Vorgehen könnte auch Schule machen. „Wir prüfen schon, ob unsere bisherigen Untersuchungsmethoden bei Geldwäsche der richtige Weg sind“, erläuterte Röseler. Der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Gerhard Schick, begrüßte die Vorgehensweise der Aufsichtsbehörde. „Die BaFin darf sich nicht auf die Berichte von Wirtschaftsprüfern verlassen, die von den Prüflingen für diese Berichte bezahlt werden, sondern muss mit eigenem Personal eigene Prüfungen vornehmen, wenn sie Banken und Unternehmen auf Augenhöhe begegnen will“, sagte er.

Die härtere Gangart in Sachen Panama Papers steht symbolisch für einen veränderten Ansatz in der Regulierung von Kreditinstituten: Danach wird Fehlverhalten von Bankmanagern mittlerweile viel schneller und härter sanktioniert, als das früher der Fall war. „Die gewachsene Bedeutung von Verhaltensregulierung ist noch nicht überall verstanden worden“, sagte Bafin-Präsident Felix Hufeld. Es gehe in der Regulierung heutzutage nicht mehr nur darum, dass die Banken stabil seien, sondern auch darum, wie sie ihr Geschäft betreiben würden.

Im Falle der Panama-Papers trifft die gründliche Untersuchung insgesamt neun Banken. Zwar tauchten im Rahmen der Enthüllungen eines internationalen Recherchenetzwerkes die Namen von insgesamt 13 deutschen Instituten auf: Commerzbank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank, Berenberg, Sal. Oppenheim, BHF-Bank, HSBC Trinkaus & Burkhardt, BayernLB, LBBW, HSH Nordbank, DZ Bank sowie die Deutschland-Töchter von UBS und Credit Suisse.

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  • Stimmt!


    Die Bafin ist eine "Behörde."

  • Und, wo ist da jetzt da die große Überraschung ? Bei dem Geschäft " Dividendenstripping " (Cum- und Ex-Transaktionen oder Cum-Cum-Deals) haben doch alle mitgemacht, egal ob Investment-, Retail oder Landesbanken, um ihre Haushaltskasse und das Taschengeld von Großanlegern aufzubessern.

  • Cum-Cum-, Cum-Ex- und Pnama-Geschäfte. Kein Wunder, dass die Bankenaktienkurse in letzter Zeit nicht mehr steigen wollen, wenn die Aufsicht nun alle "Geschäftsmodelle" der Großbanken entdeckt.

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