Bank-Geheimzahl
Viele Bankkunden dürfen sich ihre PIN bald aussuchen

Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken dürfen ab sofort ihre Geheimzahl für den Geldautomaten und den Kassenterminal frei wählen. Doch nicht alle Zahlenkombinationen sind sinnvoll.
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DüsseldorfEigentlich sind es nur vier einfache Ziffern, doch wenn die Reihenfolge falsch ist, kann es an der Kasse oder vor dem Geldautomaten ganz schön peinlich werden. Die Geheimzahl für Giro- und Kreditkarten weisen Banken ihren Kunden üblicherweise zufällig zu. Doch nicht immer sind diese Kombinationen sehr eingängig. Kunden von Volksbanken und Raiffeisenbanken können ihre Geheimzahl (PIN) seit diesem Monat selbst wählen.

"Mit unserem neuen Service der frei wählbaren PIN gehen wir auf die Wünsche unserer Kunden ein und erleichtern ihnen den praktischen Umgang mit unserer Bankkarte", sagt Andreas Martin, Vorstand des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Bankautomaten sollen jetzt bereits flächendeckend umgerüstet sein.

Auf Seite der Kunden erfolgt die Umstellung schrittweise: Kunden, deren Girocard mindestens bis 2013 gültig ist, können das neue Verfahren sofort nutzen. Das sollen bereits mehr als 70 Prozent der 30 Millionen Kunden sein. Ab Herbst sollen dann alle Kunden mit VR-BankCard ihre PIN frei wählen können. Auch erste genossenschaftliche Kreditkarten erlauben die Funktion bereits. Laut BVR sind das zunächst rund 500.000 Karten - bei Visa solche mit Fälligkeitsdatum ab Juni 2015 und bei Mastercard ab Dezember 2015.

Die Volks- und Raiffeisenbanken sind damit die erste Bankengruppe, die diese Möglichkeit geschlossen anbietet. Kunden der Deutschen Bank haben diese Wahlmöglichkeit schon seit mehreren Jahren.

An den Bankautomaten der Institute gibt es nun die Option "PIN verwalten". Die neu ausgewählte PIN gilt dann ab sofort anstatt der alten.

Verbraucherschützer sind jedoch skeptisch: "Wir sehen das eher kritisch", sagt Ralf Scherfling, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Wenn Verbraucher eine PIN wählen, die sie sich leicht merken können, birgt dies auch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko, da Betrüger eine solche PIN im Zweifel leichter herausbekommen können als eine zufällig von der Bank vergebene Zahl", befürchtet Scherfling. " Von besonders einfachen Kombinationen wie 0000 oder 1234 raten wir ab." Auch die Verwendung von Jahrestagen oder von Geburtstagen von Familienmitgliedern als PIN sei problematisch. "Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen in sozialen Netzwerken aktiv sind, sind diese Daten oft kein Geheimnis mehr."

Die Sparkassen sehen sehen aktuell "keinen großen Handlungsdruck". "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Kunden die PIN ihrer Girocard durch die langjährige und häufige Nutzung gut merken können", sagt Michaela Roth vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Anders sehe es jedoch bei Kreditkarten aus, sie werden meist mit Unterschrift akzeptiert. "Sofern hier der Bedarf nach einer PIN-Autorisierung steigt, können wir uns sehr gut vorstellen, eine frei wählbare PIN einzuführen." Bei der Postbank wird aktuell noch geprüft, ob dieser Service angeboten wird, die Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

Kommentare zu " Bank-Geheimzahl: Viele Bankkunden dürfen sich ihre PIN bald aussuchen"

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  • Begrüßenswert! Was vor 15 Jahren zum Beispiel in Großbritannien schon gang und gäbe war, kommt jetzt auch großflächig und als große kundenfreundliche Neuerung aufgemacht nun auch in unser Hi-Tech-Deutschland!

  • gut das die sparkassen es nicht machen.

  • Ich arbeite in der Sparkasse, dann kann ich mir ja demnächst wieder anhören, "Also bei der Volksbank geht sowas...." etc... :) Ach wie ist das schön!
    Naja, dafür haben wir "Kontaktlos-Karten", was allerdings kein Mensch wirklich braucht.

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