Bankberater-Register
Verdi nimmt Anlegerschutz aufs Korn

Die Gewerkschaft Verdi ist mit dem geplanten Anlegerschutz der Bundesregierung unzufrieden. Die Dienstleistungsgewerkschaft fürchtet einen Berater-Pranger ohne Überprüfung - und erwägt gerichtliche Schritte.
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Die Gewerkschaft Verdi erwägt gegen das geplante Register für 300 000  Bankberater gerichtliche Schritte.  Das Register, das von der Finanzaufsicht Bafin ab dem 1.11. geführt wird, soll Beschwerden von Kunden gegen Bankberater aufnehmen.  Die Beschwerden  werden aber nicht geprüft, ob sie tatsächlich stichhaltig sind. „Wir sehen dieses Beraterregister als Bedrohung und überlegen, dieses Gesetz gerichtlich prüfen zu lassen“, sagte Verdi-Bankenreferent Mark Roach dem Handelsblatt.

Das Beraterregister ist  Teil  des Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetzes.  Mit dem Gesetz zieht die Bundesregierung Konsequenzen aus der Finanzkrise, die offenbarte, dass Banken ihre Kunden häufig auch falsch berieten.

Die jetzige Ausgestaltung des Gesetzes ist nach Auffassung von Verdi  zu einseitig auf Bankkunden ausgerichtet. Nach dem 1. November sind Banken gehalten, Beschwerden von Kunden aus der Anlageberatung direkt an die Bafin weiterzugeben. „Es kann nicht sein, dass diese Beschwerden, die mit einschneidenden Konsequenzen für die Berater verbunden sein können bis hin zu einem Tätigkeitsverbot, von einer staatlichen Stelle registriert werden, ohne dass eine Prüfung und Bewertung stattfindet und der betroffene Berater gehört wird“, kritisiert Roach. Die Banken selbst hatten bislang nur den enormen bürokratischen Aufwand kritisiert, der mit diesem Melde- und Überwachungsverfahren verbunden ist.

Kommentare zu " Bankberater-Register: Verdi nimmt Anlegerschutz aufs Korn"

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  • Dieses Gesetz war fast 1 Jahr lang in Konsultation, wo war denn ver.di während dieser Zeit?

    Die Bankenverbände haben in dieser Zeit genug vor den Folgen dieses Registers für die Arbeitnehmer gewarnt, von ver.di in dieser Zeit keine Interventionen.

    Jetzt wo das Gesetz da ist, wird rumgejammert und Gerichte sollen sich wieder mit Dingen beschäftigen, die man auch locker im Rahmen der Konsultationen mit der Politik hätte klären können.

  • Welcher Anleger wird denn durch dieses einseitige Register geschützt??

    Antwort: kein einziger!!!

    Dafür wird aber unnötig Bürokratie -sprich Kosten- für den Anleger geschaffen...

    Wie so oft ist gut gemeint nicht gut gemacht!

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