Bankgebühr
Banken langen am Geldautomaten zu

Commerzbank, Deutsche Bank und Postbank verlangen bei Barabhebungen am Geldautomaten künftig mehr Geld von Kunden anderer Institute. Unterstützung bekommen sie von unerwarteter Seite.
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BerlinWer kein Konto bei einer privaten Bank hat und die Geldautomaten von Deutscher Bank, Postbank oder Commerzbank nutzen will, muss künftig mehr berappen. Die bisherige Deckelung bei 1,95 Euro haben die Institute aufgekündigt. Bankkunden innerhalb der Cash Group, zu der neben den drei genannten Banken auch die Hypo-Vereinsbank (HVB) gehört, sind davon nicht betroffen.

„Wir können auf Dauer für Fremdabhebungen keinen Preis nehmen, der deutlich unter dem unserer Wettbewerber liegt“, begründete ein Sprecher der Commerzbank die Vorgehensweise. Zum 1. Oktober müssen beispielsweise Sparkassenkunden 3,90 Euro für das Nutzen von Commerzbank-Automaten ausgeben.

Ob sich die Gebühren für Nichtkunden auch bei der Deutsche Bank verdoppeln werden, ist noch nicht klar. „Die Kündigung erfolgte vorsorglich, um der Bank im Hinblick auf ihre Preisgestaltung künftig eine höhere Flexibilität zu ermöglichen“, erklärte ein Sprecher des größten deutschen Instituts. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei noch keine Entscheidung über eine künftige Preisgestaltung gefallen.

Doch es dürfte dabei nur eine Richtung geben. Schließlich, so ein Sprecher der Postbank, seien in der Zwischenzeit die Kosten der Liquiditätsversorgung gestiegen. Und die Niedrigzinsen führen dazu, dass derzeit alle Banken dabei sind, potenzielle Erlöspotenziale zu identifizieren.

Für Insider kommt der Schritt einiger private Banken nicht überraschend. Denn ihr Kalkül ist schlicht nicht aufgegangen. Vor fünf Jahren verständigten sich die privaten Institute darauf, Fremdkunden außerhalb der Cash Group einheitlich 1,95 Euro bei Bargeldabhebungen in Rechnung zu stellen. Die Hoffnung dahinter: Dass Sparkassen und Volksbanken, die mit Abstand über die meisten Geldautomaten in Deutschland verfügen, nachziehen und ihre Gebühren senken würden. Diese Hoffnung trog allerdings. In der Branche wird geschätzt, dass die durchschnittlichen Sparkassen-Entgelte bei Bargeldabhebungen von Fremdkunden zwischen 3,50 Euro und 4,50 Euro liegen. Ausreißer nach oben von 7,50 Euro gibt es allerdings auch.

„Für Sparkassenkunden ist die Entscheidung der privaten Banken völlig irrelevant, da sie an über 25.000 Geldautomaten kostenlos Bargeld abheben können“, sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. „Wir können es aber durchaus nachvollziehen, dass auch die privaten Banken zunehmend feststellen, dass Dienstleistungen aufwands- und marktgerecht bepreist werden sollten“, sagte der Sprecher weiter. Allerdings hält sich die Überschneidung wohl in Grenzen. „98 Prozent der Bargeldtransaktionen werden von den höheren Entgelten nicht betroffen sein“, heißt es bei einer privaten Bank.

Verbraucherschützer bringen sogar Verständnis für die Deutsche Bank, Postbank und Commerzbank auf. „Es ist zwar ärgerlich, aber verständlich, wenn diese Institute ihre Preise anpassen“, kommentiert Dorothea Mohn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen die Entscheidung. Sparkassen und Volksbanken müssten jetzt ihre Gebührenpolitik ändern, fordert Mohn.

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