Bankkredite
Staatsanwaltschaft geht gegen Betrüger vor

Die Hinweise haben sich verdichtet, nun schlägt die Staatsanwaltschaft Wuppertal zu. Vier Haftbefehle sprach die Staatsanwaltschaft gegen Mitglieder einer Betrügerbande aus, die illegal Bankkredite erlangte.
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WuppertalDie Staatsanwaltschaft Wuppertal hat am Mittwoch zahlreiche Wohnungen in Wuppertal, Essen, Mönchengladbach, Bedburg, Krefeld, Hamm, Bielefeld, Oberhausen und Köln durchsucht. Die Razzia ist Teil umfangreicher Ermittlungsmaßnahmen gegen mutmaßliche Mitglieder einer gewerbsmäßig handelnden Betrügerbande. Gegen vier Personen wurden Haftbefehle ausgestellt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Es geht um Betrug mit Bankkrediten im großem Stil. Seit Oktober 2013 gingen vermehrt Hinweise auf betrügerisch erlangte Kredite ein, die offenbar mit gefälschten Gehaltsbescheinigungen und Personalpapieren erlangt worden waren. Kredite wurden per Post oder über das Internet beantragt, die nicht über die üblicherweise erforderlichen Einkünfte verfügten. Zum Teil wiesen die Kredite einen ausländerrechtlich nicht ausreichend gesicherten Status auf. Zu den Anträgen wurden gefälschte Unterlagen eingeschickt, die neben einer ausreichenden finanziellen Bonität auch einen gesicherten ausländerrechtlichen Status beinhalteten.

Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Kreditnehmer anscheinend gezielt von Mitgliedern der Tätergruppe angesprochen wurden, um Kredite zu beantragen. Die Erstellung der gefälschten Unterlagen und die Korrespondenz mit den Banken übernahmen nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen weitgehend die Mitglieder der Tätergruppe. Nach Auszahlung der Kredite sollen die Tatverdächtigen von den Kreditnehmern „Provisionen“ in Höhe von 20 bis 30 Prozent der Darlehenssumme erhalten haben.

Derzeit vollstrecken rund 65 Polizeibeamte Durchsuchungsbeschlüsse in den bereits genannten Städten. Vier Haftbefehle erteilte die Staatsanwaltschaft, einen davon unmittelbar vor dem Betreten eines Flugzeuges am Flughafen Düsseldorf. Der Verhaftete war auf dem Weg in die Türkei. Bislang fanden die Behörden neben einem fünfstelligen Bargeldbetrag gefälschte Personalpapiere. Weitere mutmaßliche Mitglieder der Tätergruppe wurden vorläufig festgenommen. Den Beschuldigten drohen wegen gewerbsmäßigen Bandenbetruges langjährige Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren pro Tat.

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