Bargeld und Datenschutz: Wie gläsern bin ich?

Bargeld und Datenschutz
Wie gläsern bin ich?

Endet mit dem Aus für das Bargeld auch die Anonymität? Datenschutzexperte Jaro Krieger-Lamina über transparente Kunden, Datenhandel und warum man den Burger vielleicht bald nicht mehr mit EC-Karte zahlen sollte.
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FrankfurtEine Woche lang habe ich ohne Bargeld gelebt. Hamburger, Taxifahrt oder Restaurantbesuch – alles habe ich elektronisch bezahlt. Wer nur noch mit Karte oder per App bezahlt, der verliert seine Anonymität und wird gläsern, meinen die Gegner einer bargeldlosen Gesellschaft. Haben die Kritiker recht, und was wissen der Supermarkt oder meine Bank jetzt über mich? Jaro Krieger-Lamina ist Experte für Datenschutz am Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaft und setzt sich mit Informationssicherheit und Cyber-Security auseinander.

In Deutschland wird über das Bargeld debattiert. Auch weil die Bundesregierung eine Obergrenze auf Bargeldzahlungen plant. Die Kritiker sehen die Anonymität in Gefahr. Bedeutet die Zahlung mit Karte wirklich das Ende der Anonymität?
Ja, schon alleine deswegen, weil man dadurch wiedererkennbar wird. Je nachdem, mit welcher Karte man bezahlt oder wo man einkauft. Zumindest die Karte ist wiedererkennbar, man gibt also im ersten Schritt vielleicht nicht seinen Namen preis, bekommt aber zum Beispiel eine Profilnummer. Über sie erfahren die entsprechenden Unternehmen dann trotzdem Details über mein Konsumverhalten und erkennen meine Karte wieder. Letztendlich lassen sich dann auch diese ganzen Daten einem Namen und einer Adresse zuordnen.

Ich habe eine Woche lang auf Bargeld verzichtet und alles nur mit Karte bezahlt. Bin ich jetzt gläsern?
Sie könnten es sein. Aber ich würde jetzt nicht pauschal jedem Unternehmen unterstellen, dass sie sich bemühen, Ihre Daten zusammenzubekommen. Technisch machbar ist es natürlich und es passiert auch. In welchem Umfang ist jedoch schwer nachzuvollziehen. In jedem Fall sind Sie jetzt ein Stück bekannter.

Also wissen jetzt nicht nur meine Kreditkartenfirma und die Bank, wofür ich mein Geld ausgebe, sondern auch die Unternehmen, bei denen ich eingekauft habe?
So einfach ist das natürlich nicht und es lässt sich auch nicht für jedes Unternehmen sagen. Aber wenn ich zum Beispiel bei einem großen Handelsunternehmen mit Karte zahle, wird sehr oft geschaut, was bei der Kette im System gespeichert ist. Teilweise auch, um das mit einer Kundenkarte zu verbinden. Oder auch um zu schauen, ob man ein wiederkehrender Kunde ist und in welchen Filialen ich einkaufe.

Und daraus wird dann ein Kundenprofil erstellt?
Das hängt auch damit zusammen, wie detailliert es einzelne Unternehmen haben wollen. Für viele Handelsunternehmen ist es ausreichend, wenn man die Kunden kategorisieren kann. Also zum Beispiel: Es gibt eine Anzahl von Kunden, die kaufen mindestens drei Mal die Woche ein, geben regelmäßig ein bestimmtes Budget aus oder kaufen eher hochpreisig ein. Das dient der Ermittlung von Faktoren, auf deren Grundlage man dann Angebote maßschneidern kann. Manche Unternehmen gehen aber auch einen Schritt weiter und wollen es auf die Person genau wissen. Und auch dort, wo Name und Adresse nicht im ersten Schritt erhoben werden, ist es trotzdem nicht schwer, dies nachzuholen.

Warum?
Weil es sich mit anderen Daten verknüpfen lässt. Zum Teil werden diese Profile auch im Internet gehandelt. Die Daten die nicht selbst vorliegen, können so zugekauft werden. Verknüpft man diese Daten miteinander, kann mit großer Wahrscheinlichkeit gesagt werden, wer die Person mit der jeweiligen Karte ist.

Kommentare zu " Bargeld und Datenschutz: Wie gläsern bin ich?"

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  • Die AfD ist für die Erhaltung des Bargeldes und für eine strikte Grenzkontrolle wegen islamistischer Terroristen.

    Die Bundesregierung mit ihren Blockparteien, ist für eine Begrenzung bzw. Abschaffung des Bargeldes wegen Terroristenfinanzierung.

    Deshalb sollte man die AfD unterstützen: Denn keine Terroristen – keine Terroristenfinanzierung.

  • Sie leben bestimmt in Frankfurt neben den Deutschen Bank Türmen?

  • Der Überwachungsstaat greift immer weiter in das Leben der Bürger ein. Bald soll auch die kleinste finanzielle Transaktion überprüfbar sein.
    Oh, das H-4-Kind bekam vom Opa 20€, da werden wir von Amts wegen gleich mal den Regelsatz kürzen.
    Ah, da hat jemand Eisbein gekauft, das gibt einen Malus bei der Krankenkasse!

    Nur bei der Überwachung der Staatsgrenze, da setzt die Kontrollwut aus!

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