Bargeldloses Bezahlen
EU drosselt Kreditkartengebühren

Verbraucher dürfen auf günstigere Preise hoffen, denn die EU-Kommission hat die Gebühren für Kredit- und Bankkarten beschränkt. Zudem wird die Sicherheit von Online-Zahlungen verbessert und die Haftung beschränkt.
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Brüssel/StuttgartDie EU-Kommission verspricht den Verbrauchern durch ein Gebührenbegrenzung für Kredit- und Bankkarten Einsparungen in Milliardenhöhe. Der Wettbewerb werde durch die Gebührensenkung angekurbelt, so dass im Einzelhandel die Kosten für bargeldlose Zahlungen sinken könnten und der Verbraucher letztlich von niedrigeren Preisen profitieren werde, erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia am Mittwoch in Brüssel.

Nach Schätzungen der Kommission könnte dies zu einer Entlastung der Verbraucher von insgesamt sechs Milliarden Euro führen. Alle Zahlungsdienste zusammen kosteten heute 130 Milliarden Euro im Jahr, ergänzte Binnenmarktkommissar Michel Barnier. „Diese Kosten kann sich unsere Wirtschaft nicht leisten.“

Die EU will nach jahrelangem Streit mit den großen Kreditkartenanbietern Visa und Mastercard einen Höchstpreis durchsetzen. Gedeckelt werden sollen die Transaktionsgebühren, die die Bank eines Händlers an die Bank des Käufers zahlen muss. Bei Kreditkarten dürfen nach dem Gesetzentwurf nur noch 0,3 Prozent der bezahlten Summe berechnet werden, bei den noch weiter verbreiteten Debitkarten - in Deutschland früher EC-Karte genannt - liegt das Limit bei 0,2 Prozent. In Deutschland käme das den Kunden besonders zugute. Hier berechnete Visa im vergangenen Jahr mit mehr als 1,6 Prozent den höchsten Satz in allen 28 EU-Staaten.

Visa und Mastercard hatten die jetzt als Standard geplanten Gebührengrenzen bereits akzeptiert. Laut Kommission sind die Gebühren ein Auswuchs des Wettbewerbs unter den Kartenanbietern, die damit die Banken locken. Die Einnahmen daraus würden für Anreizprogramme genutzt, bei denen die Kunden etwa für einen Kreditkarten-Vertrag mit Flugmeilen belohnt werden. Solche Geschenke soll die Allgemeinheit nach Ansicht der EU nicht mehr bezahlen

Mit dem Gesetzespaket soll außerdem die Sicherheit bei Online-Zahlungen verstärkt werden. Neue Zahlungsdiensteanbieter wie das Bezahlportal „Sofort“ in Deutschland werden künftig beaufsichtigt. Bei Kreditkartenbetrug sollen die Kunden nur noch maximal 50 Euro selbst übernehmen müssen statt 150 Euro. Fälschliche Zahlungen mit Bankeinzug sollen einfacher und bedingungslos zurückgerufen werden können.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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