Beipackzettel
Anleger sollen vor Falschberatung geschützt werden

Bankkunden sollen bei Finanzanlagen besser vor Falschberatung geschützt werden. Der Bundestag verabschiedete am Freitag das Anlegerschutzgesetz, mit dem ein knapper Beipackzettel für Finanzprodukte eingeführt wird.
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BerlinEin Informationsblatt soll in verständlicher Form auf die Risiken einer Geldanlage hinweisen. Die Banken müssen außerdem ihre rund 300000 Kundenberater bei der Bankenaufsicht BaFin registrieren lassen. Bei Fehlverhalten kann die BaFin den weiteren Einsatz von Beratern für bis zu zwei Jahren verbieten.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner kündigte an, die Bundesregierung werde diesen Monat ein weiteres Gesetz vorlegen, das einen Beipackzettel für Produkte des grauen Kapitalmarkts vorschreibe. Dabei handelt es sich um geschlossene Immobilienfonds, Bauherren- oder Steuersparmodelle im Angebot kleinerer Finanzvermittler. Bei Banken und Sparkassen war das Anlegerschutzgesetz teils auf heftige Kritik gestoßen. Mit dem Anlegerschutzgesetz sollen außerdem offene Immobilienfonds wieder auf eine solide Basis gestellt werden.

Einige der bei Privatanlegern beliebten Fonds waren während der Finanzkrise ins Schlingern geraten. Die bisherige Pflicht zur täglichen Rücknahme ihrer Anteile hatte die Liquidität der Fonds aufgezehrt, als Profi-Anleger plötzlich in großem Stil ihr Kapital zurückzogen, um Liquiditätslöcher zu stopfen. Drei Fonds erholten sich von der Krise nicht mehr, sie befinden sich in der Abwicklung – ein Novum. Daneben nehmen acht offene Immobilienfonds derzeit keine Anteile mehr zurück. Ein Fondsvermögen von über 20 Milliarden Euro ist blockiert.

Künftig gilt für die Fondsanteile eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten. Neuanleger werden zudem einer Haltefrist von zwei Jahren unterworfen. Um die Immobilienfonds für Kleinsparer attraktiv zu halten, wird aber unabhängig von der Kündigungsfrist gestattet, dass Anleger pro Halbjahr auf einen Schlag bis zu 30000 Euro entnehmen dürfen. Zudem wird mit dem Anlegerschutzgesetz der verdeckten Übernahme von Unternehmen mit Hilfe exotischer Finanzprodukte ein weiterer Riegel vorgeschoben. Reuters


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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