Betrugsverdacht
Aktionär klagt gegen Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn

Erst der Sex-Skandal, nun auch Betrugsvorwürfe: Ein Ex-Aktionär von Dominique Strauss-Kahns Pleite gegangenem Investmentfonds hat den EX-IWF-Chef angezeigt. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt.

ParisGegen den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, laufen in seiner Heimat Frankreich Vorermittlungen wegen Betrugsverdachts. Die Pariser Staatsanwaltschaft geht der Anzeige eines Ex-Aktionärs von Strauss-Kahns inzwischen Pleite gegangenem Investmentfonds LSK nach, wie am Freitag aus Justizkreisen verlautete. Medienberichten zufolge hat der frühere Aktionär Anzeige wegen Betrugs, Veruntreuung und Fälschung erstattet. Er gibt an, vor dem Kauf von LSK-Aktien im Wert von 500.000 Euro falsch über die finanzielle Lage des Fonds informiert worden zu sein.

Frankreichs früherer Finanzminister Strauss-Kahn war 2013 in einen Luxemburger Investmentfonds eingestiegen, der nach seinen Initialen und denen von Gründer Thierry Leyne LSK genannt wurde. Im November 2014 ging der Fonds aber Pleite. Einige Wochen zuvor hatte sich Leyne in Israel das Leben genommen, Strauss-Kahn war zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Projekt ausgestiegen.

Mit der bereits im Sommer eingereichten Anzeige des Ex-Aktionärs droht Strauss-Kahn - in Frankreich kurz DSK genannt - erneut juristisches Ungemach. Zunächst muss aber geprüft werden, ob die Pariser Justiz wirklich für den Fall zuständig ist, weil sich die fraglichen Vorgänge zumindest teilweise im Ausland abspielten.

Strauss-Kahn, lange Zeit als möglicher Präsidentschaftskandidat von Frankreichs Sozialisten gehandelt, war im Mai 2011 wegen Vergewaltigungsvorwürfen als IWF-Chef zurückgetreten. Ein Strafverfahren in New York wurde später wegen mangelnder Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers eingestellt. In Frankreich stand Strauss-Kahn später in einer Affäre um Sex-Partys mit Callgirls vor Gericht. Im vergangenen Juni wurde er vom Vorwurf der Zuhälterei freigesprochen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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