Betrugsverfahren
Aufklärung des S&K-Anlageskandals zieht sich

Allein die Hauptakte im S&K-Verfahren umfasst 20.000 Seiten. 85 Verdächtigen wird vorgeworfen, mit einem Schneeballsystem Anleger geprellt zu haben. Der Skandal bringt die Staatsanwaltschaft an ihre Grenzen.
  • 5

FrankfurtDer Anlageskandal um die Frankfurter S&K-Immobiliengruppe – das derzeit größte Betrugsverfahren in Deutschland – bringt die Frankfurter Staatsanwälte nach eigener Darstellung an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Die Strafverfolger ermitteln in diesem Fall derzeit gegen 85 Verdächtige, darunter gegen die beiden Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft S&K als Hauptbeschuldigte, wie Generalstaatsanwalt Hans-Josef Blumensatt am Freitag berichtete.

Sie stehen im Verdacht, mit einem sogenannten Schneeballsystem Anleger geprellt zu haben. Dabei werden die Gelder der Anleger gar nicht investiert, sondern neue Einzahlungen genutzt, um die Ausschüttungen an alte Gläubiger zu bezahlen. Wann Anklage erhoben wird oder das Strafverfahren beginnt, konnte Blumensatt noch nicht sagen. Sechs Beschuldigte sitzen derzeit in Untersuchungshaft.

Der Schaden der betrogenen Anleger bewege sich im dreistelligen Millionenbereich, sagte Blumensatt bei der Vorstellung der Bilanz zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren im vergangenen Jahr in Hessen. Nach seinen Worten können sie aber darauf hoffen, dass der Erlös aus dem Verkauf von beschlagnahmten Grundstücken im Wert von mindestens rund 35 Millionen Euro fast vollständig an sie zurückgezahlt wird.

Fünf Frankfurter Staatsanwälte kämpfen sich in dem Fall derzeit durch Hunderte von Ermittlungsakten, allein die Hauptakte umfasse 20.000 Seiten. 130 Durchsuchungsbeschlüsse und 20 Arrestanordnungen seien in diesem Zusammenhang vollstreckt worden. Dazu stand eine eigene Ermittlungsgruppe der Polizei mit 62 Beamten zur Verfügung.

Die Meldungen zur Immobiliengruppe S&K hatten insbesondere im Februar die Schlagzeilen dominiert. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt war mit 1200 Fahndern ausgerückt, hatte 130 Standorte untersucht und mindestens sechs Personen in Haft genommen.

Seite 1:

Aufklärung des S&K-Anlageskandals zieht sich

Seite 2:

Zweistellige Renditen lockten die Anleger

Kommentare zu " Betrugsverfahren: Aufklärung des S&K-Anlageskandals zieht sich"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ja wie denn nun ,35 mio sichergestellt,schneeballsystem,1200 ermittlungsbeamte für ein unternehmen mit 60 mitarbeiter,immer noch u-haft ohne konkrete anklage,da stinkt es wirklich himmelhoch ,vermutlich ist doch nichts dran,kommt da die staatsanwaltschaft etwa in schwierigkeiten ?

  • Typisch deutsche Justiz. Ich nehme mal das Ergebnis des steuerverschwenderischen Tuns der Staatsanwaltschaft vorweg: Nach spätestens 3 Jahren sind die Schuldigen dann Freigänger.

  • Es gab doch bereits ein Jahr zuvor genügend Hinweise im Internet über das Geschäftsgebaren und die geschönten Gutachten. Die S&K'ler haben natürlich alles unternommen um die Kommentare von den Seiten verschwinden zu lassen. Ein bißchen Googlen hätte so manchem Anleger erhellendes gebracht....

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%