Bezahl-Karten: Die Zukunft ist berührungslos

Bezahl-Karten
Die Zukunft ist berührungslos

Keine Geheimzahl, keine Unterschrift, kein Kartensteckgerät und kein Bargeld. Bezahlen an der Kasse soll schneller werden, dank kontaktloser Funktechnologie. Doch der Weg zum Masseneinsatz ist noch lang.
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DüsseldorfEinen Schritt vor – und Warten. Wieder einen Schritt vor – Warten. Wer im Supermarkt an der Kasse steht, braucht häufig vor allem eines: Geduld. Auch wenn die Kassiererin die Waren blitzschnell und fehlerlos über den Scanner zieht, folgt danach unweigerlich das Bezahlen. In Deutschland ist Bargeld noch immer das beliebteste Zahlungsmittel, gefolgt von Debitkarten – auch EC-Karten genannt. Und bis das Geld zusammengezählt oder die Karte eingesteckt und ausgelesen ist, kann schnell eine halbe Minute vergehen.

Sparkassen, Banken und internationale Kartenanbieter wollen diesen Prozess nun beschleunigen, durch „kontaktloses“ Bezahlen. Das soll nur noch wenige Sekunden dauern. Geplant ist dies schon lange, doch nun gehen die Anbieter in die Offensive: Bank- und Kreditkartenkunden sollen mit neuen Karten ausgestattet werden, die sie an der Kasse nur kurz vor einen Terminal halten und schon erfolgt die Zahlung. Keine Eingabe der Geheimzahl mehr, keine Unterschrift und kein Gerät, in das die Karte eingesteckt werden muss.

NFC – Near Field Chip heißt die Technik, die dabei zum Einsatz kommt. Per Funk kommuniziert ein kleiner Chip auf der Karte mit dem Kassengerät. Das soll ab einem Abstand von höchstens vier Zentimetern funktionieren. Dieses Grundprinzip ist bei allen kontaktlosen Karten von Banken und Kartenanbietern gleich. Bei der Nutzung der Technik gibt es aber zwei unterschiedliche Modelle: Auf der einen Seite die Girokarte der Deutschen Kreditwirtschaft mit Girogo-Funktion und auf der anderen das Paypass-System von Mastercard und Paywave von Visa.

Die Karten mit Girogo sind Prepaid-Karten. Sie nutzen den 1996 eingeführten Geldkarten-Chip. Darauf muss der Kunde zuerst ein Guthaben aufladen, bevor er kontaktlos zahlen kann. Dieses Guthaben ist auf 200 Euro begrenzt. Außerdem können nur solche Einkäufe kontaktlos bezahlt werden, die nicht mehr als 20 Euro kosten. Bei höheren Beträgen muss die Karte in das Lesegerät gesteckt werden. Paypass und Paywave ziehen diese Grenze erst bei 25 Euro, danach muss zusätzlich eine Unterschrift geleistet oder eine PIN eingegeben werden. Noch entscheidender ist aber, dass die Karten von Visa und Mastercard nicht aufgeladen werden müssen. Wie bei herkömmlichen Kartenzahlungen werden Kreditkarte oder Girokonto direkt mit dem Rechnungsbetrag belastet.

Karten mit Girogo-Funktion können an Geldautomaten, an Ladeterminals oder mit einem Chipkartenleser via Internet aufgeladen werden. Außerdem soll es eine Abolösung geben: Der Kunde kann vereinbaren, dass immer wenn das Guthaben auf der Karte beim Bezahlen unter einen bestimmen Betrag sinkt, automatisch beispielsweise 30 Euro aufgeladen werden. Schon heute zeichnet sich jedoch ab, dass die Prepaid-Lösung nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Auf mittlere Sicht strebe die Deutsche Kreditwirtschaft an, das kontaktlose Bezahlen auch für die Electronic Cash-Funktion der Girocard zu realisieren, sagt Andreas Martin, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) als Federführer für die Deutsche Kreditwirtschaft.

Kommentare zu " Bezahl-Karten: Die Zukunft ist berührungslos"

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  • Auch bei NFC wird es Lösungen ohne Online-Verbindung geben, dem Missbrauch werden genug Tore offenstehen. Und nun mal die Frage, warum der "Geldchip" sich in den letzten 15 Jahren nicht durchgesetzt hat. Sicher nicht weil er nicht berührungslos funktionierte, sondern wegen zu geringer Akzeptanz bei Handel und Bürgern.

  • Bei NFC steht das C nicht für Chip, sondern für Communication

  • ....yes - so ist es! Lauter Schafe ... die die Macht die Information gibt unterschätzen ...

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