BGH gibt Fluggast Recht
Für Sturz beim Einstieg haftet die Fluglinie

Ein Mann rutscht wenige Meter vor dem Einstieg in einen Flieger an einer nassen Stelle aus und wird für mehrere Wochen krankgeschrieben. Er verklagt die Fluglinie, und bekommt vor dem Bundesgerichtshof Recht.
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Der Sturz eines Reisenden auf einer Fluggastbrücke kann Airlines teuer zu stehen kommen. Der Gang über eine solche Brücke oder eine Flugzeugtreppe in den Flieger gehöre zum Einsteigevorgang, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag.

Luftverkehrsunternehmen haften demnach, wenn Passagiere unverschuldet wegen der spezifischen Gefahren eines solchen Übergangs zu Fall kommen. Bei der Fluggastbrücke könnten dies etwa der konstruktionsbedingt fehlende Handlauf, ein von der Höhe des Flugzeugeinstieges abhängiges Gefälle und die Gefahr von Kondenswasserbildung wegen unterschiedlicher Temperaturbereiche sein (Az.:X ZR 30/15).

Der BGH hob ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf auf und verwies es zurück. Damit hatte die Revision eines Mannes Erfolg, der im Februar 2013 vor seinem Flug von Düsseldorf nach Hamburg auf einer feuchten Stelle einer Fluggastbrücke ausgerutscht und gestürzt war. Der leitende Angestellte hatte sich dabei die linke Kniescheibe gebrochen und war sechs Wochen arbeitsunfähig. Er hatte seinem Anwalt zufolge bei der Lufthansa 48.000 Euro geltend gemacht - unter anderem als Schadenersatz für Heilungskosten, die erlittene Erwerbsunfähigkeit und als Schmerzensgeld.

Ob er das wirklich bekommt, ist noch offen. Das OLG muss laut BGH nun prüfen, ob die Behauptungen des Klägers zum Unfallhergang, zu dem das Berufungsgericht noch keine Feststellungen getroffen hat, richtig sind. Dabei muss auch geklärt werden, ob der Mann unverschuldet fiel oder ob ihm ein Mitverschulden angelastet werden kann. Die Lufthansa wollte sich inhaltlich zunächst nicht äußern und die ausführliche Urteilsbegründung abwarten.

Anders als das OLG Düsseldorf sieht der BGH eine Haftung nach dem Montrealer Übereinkommen zur Vereinheitlichung bestimmter Vorschriften über die Beförderung im internationalen Luftverkehr für gegeben an, wenn die Feststellungen des Klägers zutreffen. Dieses Übereinkommen soll Flugreisende vor spezifischen Gefahren während einer Luftbeförderung schützen. Es erlegt dem Flugunternehmen Schadensersatz für Körperverletzung auf, „wenn sich der Unfall an Bord des Flugzeugs oder beim Ein- oder Aussteigen ereignet hat“, so das BGH.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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