Bonität und Schufa: Den Schufa-Bonitätsscore steigern

Bonität und Schufa
Wann Verbraucher kreditwürdig sind

Den Schufa-Bonitätsscore steigern

Im Grunde gibt es für Verbraucher, die keine negative Schufa-Auskunft riskieren wollen, nur ganz selbstverständlich anmutende Tipps:

1. Halten Sie die Kredite und Zahlungsverpflichtungen immer in einem Rahmen, den Sie finanziell gut verkraften können. Lösen Sie wann immer möglich Kredite ab. Schulden zu tilgen, ist immer die rentabelste Investition.
2. Zahlen Sie pünktlich und regelmäßig.
3. Sollten Sie doch einmal eine Zahlung versäumen, ignorieren Sie die Mahnungen nicht. Zahlen Sie in den nächsten Tagen oder widersprechen Sie der Forderung, am besten schriftlich.

Andere kursierende Tipps gehören hingegen eher ins Reich der Mythen. So ist es zum Beispiel eine Mär, dass ein hoher eingeräumter aber ungenutzter Dispokreditrahmen den Score erhöht. Auch die Nutzung des Dispokredits müssen Banken der Schufa nämlich nicht melden, können dies aber freiwillig tun.

Kreditanfragen vs. Konditionenabfrage

Einen Tipp, seine Bonitätsbewertung zumindest nicht ungewollt zu verschlechtern, gibt es dennoch. Wer sich für einen Kredit interessiert, sollte darauf achten, den Bankberater zunächst nur um eine Kreditkonditionenabfrage zu bitten. Damit lassen sich die Angebote mehrerer Anbieter vergleichen, ohne dass die Schufa-Auskunft dies anderen Banken verrät. Eine Kreditanfrage hingegen geht mit einem Vermerk bei der Schufa einher. Viele Kreditanfragen oder sogar abgelehnte Anträge senken den eigenen Score. Zudem bleiben die Anfragen für zwölf Monate gespeichert. Allerdings werden diese Informationen nur zehn Tage nach der Anfrage an Vertragspartner weitergegeben.

Eine Kreditanfrage sollten Sie also nur stellen, wenn sie sich nach einer Konditionenabfrage mit einem Anbieter einig sind. Läuft alles glatt, kann sich das auch positiv auf die Bonitätsbewertung auswirken.

Wer diese Hinweise beachtet und den Eindruck macht, er habe seine Finanzen gut im Griff, sollte eine hohe Bonitätseinstufung erreichen. Eine Einschränkung gibt es jedoch. “Ein Score von 100 Prozent kommt in der Praxis nicht vor“, erklärt Koch. „Das wäre eine Garantie, dass der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Es bleibt immer ein Restrisiko, dass der Verbraucher durch besondere Lebensumstände wie Jobverlust, Krankheit oder Scheidung in finanzielle Not gerät oder vor Begleichen seiner Schuld unerwartet verstirbt.“

Fehler korrigieren lassen

Fehler in der Schufa-Auskunft sind höchst selten. Das zeigt sich vor allem in der Bilanz des Schufa-Ombudsmanns. Er leitet die Schlichtungsstelle der Schufa, die im Streitfall kostenlos und unabhängig prüft, ob Negativeinträge berechtigt sind. Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier hat 2015 lediglich 741 Anträge auf Schlichtung auf den Tisch bekommen. Davon hat er 329 zugelassen, bei den übrigen hatte zuvor noch nicht einmal der notwendige Kontakt zum Service-Center der Schufa bestanden. Bis zum Jahresende gingen die Schiedsverfahren für nur 39 Verbraucher zu ihren Gunsten aus. Angesichts der rund 350.000 Auskünfte, die die Schufa pro Tag erteilt, ist die Fehlerquote also marginal.

Dennoch: Fehler bei den gespeicherten Daten sind nicht auszuschließen. Nicht zuletzt, weil es die Schufa-Kunden – vor allem Banken und Händler - selbst sind, die Zahlungsverhalten und Kreditgeschäfte an die Schufa melden.

Verbrauchern, die einen Kredit beantragen wollen oder viele Kreditverträge und Konten haben, ist daher dringend zu empfehlen, die einmal jährlich kostenlose Datenauskunft der Schufa anzufordern und zu überprüfen. Fehler können dann der Schufa gemeldet und im Abgleich mit dem Urheber der Falschinformationen korrigiert werden. Der Service der Schufa hilft dabei unkompliziert; wer entsprechende Belege mitsenden kann, beschleunigt die Prüfung.

Andreas Toller
Andreas Toller
Wirtschaftswoche
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