Bundesarbeitsgericht
Kündigungsschutz gilt direkt nach künstlicher Befruchtung

Das mutterschutzrechtliche Kündigungsverbot gilt sofort nach einer künstlichen Befruchtung – und zwar nicht erst mit der erfolgreichen Einnistung der Eizelle. So hat nun das Bundesarbeitsgericht entschieden.
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ErfurtDas Bundesarbeitsgericht hat den Kündigungsschutz von Frauen nach einer künstlichen Befruchtung gestärkt. Bei einer Schwangerschaft nach der Befruchtung außerhalb des Körpers (In-vitro-Fertilisation) greife das mutterschutzrechtliche Kündigungsverbot sofort nach der Einsetzung der befruchteten Eizelle und nicht erst mit ihrer erfolgreichen Einnistung, teilte das Bundesarbeitsgericht am Donnerstag mit (2 AZR 237/14).

Damit war eine Frau aus Sachsen mit ihrer Klage auch in der letzten Instanz erfolgreich. Der Angestellten einer Versicherungsvertretung war am 31. Januar 2013 gekündigt worden. Zuvor hatte sie ihren Chef über die künstliche Befruchtung informiert.

Die befruchtete Eizelle war am 24. Januar 2013 in die Gebärmutter eingesetzt worden. Der Zweite Senat erklärte ihre Kündigung für unwirksam. Der Rauswurf verstoße auch gegen das Antidiskriminierungsgesetz. Bei In-vitro-Fertilisationen werden Ei- und Samenzelle außerhalb des Körpers im Glasschälchen verschmolzen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundesarbeitsgericht: Kündigungsschutz gilt direkt nach künstlicher Befruchtung"

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  • Dann geh mal Heim, Crisu war schon da...........

  • Als bekennender Heimwerker brauch ich das alles nicht.

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