Bundesnetzagentur

Verbraucher sollen Stromanbieter wechseln

Unter Energieversorgen könnte mehr Wettbewerbsdruck nicht schaden. Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur ermutigen daher in ihrem Bericht die Verbraucher zum Wechsel – vor allem wegen der angekündigten Preiserhöhungen.
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Freileitungen in der Nähe eines Umspannwerkes bei Schwerin. Quelle: dpa

Freileitungen in der Nähe eines Umspannwerkes bei Schwerin.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Verbraucher sollen ihre Stromversorger wechseln, um 2013 nicht drastisch erhöhte Rechnungen zahlen zu müssen. Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur machten sich in ihrem am Dienstag vorgelegten ersten gemeinsamen Bericht zum Strom- und Gasmarkt für mehr Wettbewerb in der Energiewirtschaft stark. "Vor dem Hintergrund weiterer für 2013 angekündigter Strompreiserhöhungen sollten alle Verbraucher prüfen, ob nicht günstigere Angebote verfügbar sind", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

Mit einem Wechsel könnten die Stromkunden den Wettbewerbsdruck auf die Versorger erhöhen, unterstrich der Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. Sorge bereitet den Experten auch der Zustand der Stromnetze: "Die Daten des Kalenderjahres 2011 zeigen, dass die Anzahl der angespannten Netzsituationen insgesamt stark angestiegen ist und insgesamt auch mehr Gebiete und damit Netzelemente betroffen waren", heißt es in dem Bericht.

Bürger und Unternehmen versuchen bereits, für mehr Wettbewerb zu sorgen: 2011 sei die Zahl der Kunden, die den Stromlieferanten wechselten, um 27 Prozent auf 3,8 Millionen gestiegen, betonte Homann. Auch suchten immer mehr Abnehmer neue Gaslieferanten.

"Aus wettbewerblicher Sicht ist es besonders erfreulich, dass sich auch die Möglichkeiten für Endkunden, den Versorger zu wechseln, weiter verbessert haben", erklärte Mundt. Doch müssten die Verbraucher auch von den Möglichkeiten Gebrauch machen.

Nach einer Erhebung des Verbraucherportals TopTarif wollen auch zahlreiche Gasversorger im Windschatten der Erhöhungen von Strompreisen ihre Preise in die Höhe schrauben. Mindestens 105 Versorger planten Preiserhöhungen von durchschnittlich 6,6 Prozent, hieß es. Der Bericht der beiden Behörden zeige, dass der Wettbewerb noch unzureichend sei, beklagte der Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Zudem stünden die Stromnetze angesichts der Energiewende unter einem "enormen Druck".

2011 sei eine "erhebliche Verschärfung" der angespannten Netzsituationen registriert worden, hieß es in dem Monitoringbericht. Die Netzbetreiber seien aber in der Lage gewesen, "die Situation (...) zu beherrschen". Der Netzbetreiber Tennet hatte bereits gewarnt, die Situation sei angespannt. "Die Stromversorgung bleibt auch im kommenden Winter sehr knapp", hatte Deutschland-Chef Martin Fuchs Reuters gesagt.

Die Unsicherheiten um das Netz entstehen auch durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien an der Versorgung. Deshalb sollen ältere Kraftwerke in Reserve gehalten werden, um einzuspringen, wenn an kalten, windstillen und wolkenverhangenen Tagen der Energiebedarf groß ist, Strom aus Wind und Sonne aber kaum zur Verfügung steht.

 
  • rtr
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10 Kommentare zu "Bundesnetzagentur: Verbraucher sollen Stromanbieter wechseln"

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  • Dieser Vorschlag ist so "hilfreich" und zynisch wie der Tip Altmeiers, man solle Beratungen in Anspruch nehmen.
    Um es in Muttis Sprache auszudrücken. nicht sehr hilfreich, auch nicht nachhaltig.
    Die Herrschaften sind wohl allesamt dem religiösen Klimawahn verfallen, wie es in dem heutigen Artikel bei "Cicero" formuliert wird.

  • Nicht zu vergessen, dass er, wenn er den Anbieter wechselt, den Preis des neuen Anbeters ohne jammern akzeptiert.

    Den Versorgern kann nichts besseres passieren, als das die Verbraucher auf ihr Widerspruchsrecht mit ihrem Wechsel verzichten.

    Den Rat, den Anbieter zu wechseln, kann nur eine Regierung geben, die zu doof dafür ist, das Spiel zu verstehen oder wenn sie bereits von den Verorgern vereinnahmt ist.

  • Stromanbieter wechseln!

    Solche Empfehlungen können nur Stadtmenschen geben.
    In ländlichen Gebieten gibts für Kunden keine Alternativen, zumindest keine soliden Anbieter.

    Ich aber kenne diese Sprüch zu genüge.

    Alle Jahre wieder....kommt...

  • Ich würde sehr gerne meinen Stromanbieter wechseln hin zu einem französischen Anbieter, der mich mehrheitlich mit Atomstrom versorgen kann. Aber das darf ich in dieser sogenannten freien Marktwirtschaft nicht. Was an dieser Marktwirtschaft ist eigentlich noch frei?

  • Was kann man denn Anderes erwarten, wenn biller verkauft als eingekauft wird? Wie soll das dauerhaft funktionieren? Ist bei Ihnen selbst Denken schon Grund für die Einordnung in die Rubriken Schaumschläger, Oberlehrer oder Schlaumeier? Dann will ich gern dazugehören.

  • Kommt mir als Ex-Teldafax-Kunde doch bekannt vor: Jetzt aber ran an den billigsten Anbieter war das Credo von Politik und Verbraucherschützern. Nach der Pleite erklärten die gleichen Leute -hier im Handelsblatt online- ja, wenn ihr zu den billigsten Anbietern wechselt, die unter Einkauf verkaufen, seid ihr zu gierig und selber schuld.
    Jetzt fangen diese Schlaumeier, Oberlehrer und sonstigen Schaumschläger wieder von vorn an, frei nach dem Motto: was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

  • Überall in den Medien, und auch durch Stiftung Warentest und Verbraucherzentralen, wird momentan aufgrund der massiven Preiserhöhungen zum Wechsel des Stromanbieters geraten. Und überall wird geraten auf die ach so tollen Tarifvergleiche zurückzugreifen, wie Verivox,Toptarif, Check24, mut-zum-wechseln und Co.
    Was in den ganzen Meldungen aber leider nicht thematisiert wird, ist, dass diese Stromvergleiche allesamt fehlerhaft sind!!!
    Denn die Strompreis-Vergleiche sind allesamt momentan nicht transparent und mit Vorsicht zu gebrauchen.
    Die meisten neuen (ab Mitte November 2012 gemeldeten) höheren Preise wurden gerade erst veröffentlicht, und sind teilweise noch nicht in den Vergleichsrechnern berücksichtigt.
    Für einen Vergleich der ab 1.1.2013 gültigen Strompreise eignen sich die meisten Vergleiche momentan nicht!!!
    Eine Stichprobe (siehe: http://sparheld.blogspot.de/2012/11/vorsicht-vor-stromvergleichen-keiner.html) hat ergeben, dass alle Tarifvergleiche für einen Vergleich der ab 01.01.2013 gültigen Preise fehlerhaft sind! In den Stromvergleich-Rankings werden momentan viele der aktuellen Preiserhöhungen aber auch andere neue Rahmenbedingungen der Anbieter (Preisgarantien, Mindestlaufzeit, u.a.) nicht berücksichtigt und es landen damit nur scheinbar günstigere Anbieter weit oben.
    Also: Wechseln ja, aber aufpassen!!!
    Auch das, bei manchen Vergleichen bei den Anbietern aufgeführte Label "EEG-Umlage bereits berücksichtigt" wird offensichtlich nicht überprüft. Denn dazu haben, nach telefonischer Nachfrage, einige Anbieter mir mitgeteilt, dass ab dem 01.01.2013 doch noch Preiserhöhungen dazukommen.
    Man redete sich damit heraus, dass "mit EEG-Umlage bereits berücksichtigt" die EEG-Umlage aus 2012 gemeint sei, noch nicht die ab 01.01.2013 gültige EEG-Umlagen-Erhöhung, oder dass andere Umlagen und Steuern erhöht wurden und daher die Preise nochmal angepasst werden.
    Hier wird mit "EEG-Umlage bereits berücksichtigt" billige Bauernfängerei betrieben.
    Also aufpassen!!!

  • Es spricht doch Bände, dass Kartellamt und Netzagentur aktiv Empfehlungen aussprechen, während sich das

    VERBRAUCHERSCHUTZMINISTERIUM mit Ilse AIGER, CSU

    ein Dasein wie ein Mauerblümchen fristet. Frau Aigner scheint ihre Aufgabe als Ministerin wenig gewachsen zu sein. Vielleicht sollte man ihr Ministerium mit dem des Wirtschaftsminister zusammenlegen und LOBBYMINISTERIUM nennen. Selten waren beide Ministerien so schwach besetzt. Aber CSU und FDP waren auch noch nie so schwach regiert, wie dies gegenwärtig der Fall ist.

  • Richtig, die werden alle nachziehen, die anderen gehen pleite, wie gehabt.

  • damit mir der nächste Anbieter 4 Wochen später die Erhöhung um die Ohren haut, nein danke dafür ist mir meine Zeit zu schade

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