Crowdfunding-Skandal
Schwarmfinanzierung für Schnaps und Stripper?

Anleger wollten per Crowdfunding das Videospiel „Ant Simulator“ unterstützen. Doch die Entwickler der kuriosen Ameisen-Simulation sollen das Geld für private Zwecke ausgegeben haben. Die aber bestreiten die Vorwürfe.

Manche Geschichten sind zu verrückt, um sie zu erfinden – zum Beispiel die des „Ant Simulator“. Die Simulation verspricht Spielern nicht weniger, als die Steuerung von Insekten oder das Management ganzer Ameisenkolonien zu übernehmen. Selbst für die Welt der Simulationsspiele, in der sich vom Traktor bis zur Schafherde alles steuern lässt, ist das ein eher exzentrisches Unterfangen. Jetzt sorgt das Projekt für Schlagzeilen, aber anders als gedacht.

Private Geldgeber hatten das Spieleprojekt über die Schwarmfinanzierungs-Plattform Kickstarter unterstützt. Doch ihr Geld soll verloren sein. Das Kapital aus dem Crowdfunding sei nicht für die Produktion von Erklärungsvideos, sondern  für Alkohol und Stripper verwendet worden, behauptet der Entwickler Eric Tereshinski. „Ich habe kürzlich herausgefunden, dass meine ehemaligen Geschäftspartner heimlich Firmengelder gestohlen haben“, erklärte Tereshinski in einem Video. Sie hätten den Großteil des Kapitals für „Schnaps, Restaurants, Bars und sogar für Stripper“ ausgegeben.

Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück: Sie seien „komplett falsch“. Alle Ausgaben seien gerechtfertigt gewesen. Nun ziehe man juristische Schritte gegen Tereshinski in Betracht. Ob die Anleger ihr Kapital zurückerhalten, ist noch offen.

Es wäre nicht das erste Crowdfunding-Projekt, bei dem Anlegergeld zweckentfremdet wird. Im vergangenen Jahr hatte ein Gericht im US-Bundesstaat Washington erstmals die Macher eines Projekts dazu verurteilt, Anleger eines Projekts zu entschädigen.

Sie hatten in ein Kartenspiel investiert, das nie erschien. Staatsanwalt Bob Ferguson fand deutliche Worte: „Washington State wird keinen Crowdfunding-Diebstahl tolerieren“, sagte Ferguson. „Wenn Sie Geld von Kunden annehmen, und ihre Verpflichtungen nicht erfüllen, wird mein Büro sie zur Verantwortung ziehen.“

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