Debeka-Skandal
Das Ende eines Musterknaben

Bisher glänzte die Debeka durch niedrige Kosten und günstige Versicherungen. Wegen des Datenskandals könnte der Kostenvorteil sinken. Die Konkurrenz darf sich freuen. Doch für die Kunden wäre es schlecht.
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DüsseldorfDer Skandal rund um die Debeka hat eine besondere Tragik. Denn die Tricksereien mit den Adressen von Beamten treffen ein Unternehmen, das in vieler Hinsicht vorbildlich für seine Kunden gearbeitet hat. Der Konzern ist sparsam, er legt sein Geld langfristig und solide an – und vor allem: die Debeka hat gute Versicherungsprodukte.

Dieses Bild eines Musterknaben haben Branchenexperten in der Vergangenheit in vielen Vergleichen immer wieder bestätigt. Allen voran Manfred Poweleit, der Herausgeber des Branchendienstes „Map-Report“: „Die Versicherungsgenossenschaft ist der einzige Marktanbieter, der bei allen fünf Ratings von ‚Map-Report‘ die Spitzenbewertung ‚mmm‘ für langfristig hervorragende Leistungen erreicht.“

Der Versicherer aus Koblenz stellt seit Jahrzehnten die Kunden in den Mittelpunkt und richtet daran sein Handeln aus. Das ist in der Versicherungsbranche alles andere als selbstverständlich. Poweleit ist daher sicher: „Bessere Leistungen für die Kunden kann man schon kaum erreichen.“ Ein ähnlich gutes Zeugnis stellt auch der Ökonom Hermann Weinmann der Debeka aus.

Der Wissenschaftler der Hochschule Ludwigshafen hat die 17 größten Lebensversicherer untersucht. Seine Frage: Was machen sie mit dem Geld ihrer Kunden? Sein Fazit für den Vierjahreszeitraum 2009 bis 2012: Die Debeka zählt zu den sieben Topanbietern, die in der Branche nahe beieinander liegen. Dies sind Allianz, R+V, Volkswohl Bund, Bayern-Versicherung, Debeka, Cosmos und Alte Leipziger.

Diese Bewertung ändert sich allerdings im Lichte des möglichen Datenmissbrauchs. Denn wegen der öffentlichen Debatte könnten im Vertrieb der Debeka neue Zeiten anbrechen. Der Grund: Bisher besitzt die Debeka Leben im Vergleich zur Konkurrenz einen großen Kostenvorteil. So liegen ihre Abschlusskosten nur bei 3,4 Prozent der Beitragseinnahmen.

Das sei sehr günstig, urteilt Weinmann exklusiv für Handelsblatt Online. Nur der Direktversicherer Cosmos Leben liegt im Reigen der Großen besser. Was kein Wunder ist, denn hier gibt es keinen Außendienst. Weinmann glaubt aber nun: „Dass das Vertriebsmodell der Debeka beibehalten werden kann, ist aufgrund der öffentlichen Diskussion fast schon auszuschließen.“

 

Kommentare zu " Debeka-Skandal: Das Ende eines Musterknaben"

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  • Ist ihr Kommentar eine Bewerbung für den Komedi-Bambi?
    Lesen Sie doch mal z.B.:
    map-report, Assecurata, Wirtschaftswoche übrigens auch das Handeslblatt und viele andere. Alle bestätigen dem Unternehmen hervorragende Produktleistungen. Womöglich sind die alle ahnungslos - aber Manfred-P ist der, der den Durchblick hat. Glückwunsch!

  • Angst vor Maklern? Muss man das eine Versicherung haben, oder vielleicht nur die Kunden?
    Richtig ist, die Debeka hat einen festangestellten AD und arbeitet nur in ganz wenigen Ausnahmefällen mit Maklern zusammen. Aber Angst? Sie sind wohl eher ein Witzbold.

  • Ja dann mal los.

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