Der gierige Comdirect-Vertrieb
Immer einen starken Fuß in der Tür

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So viel verdienten andere Banker

Seitens der Comdirect heißt es dazu, dass eine Vielzahl von Kapitalanlagen heute anders beurteilt werde, als vor der Finanzmarktkrise. Die bei der cpf ab 2007 obligatorischen Beratungsprotokolle zeigten zudem, dass in der Regel Kunden ebenso über das Totalverlustrisiko aufgeklärt worden seien.

Diler erklärt dagegen: „Wir vertreten vor allem Beratungskunden, denen cpf empfohlen hat, ihr Geld in geschlossene Schiffsfonds oder Lebensversicherungsfonds zu investieren. Bei diesen Fondsanlagen handelt es sich aber um hochspekulative Unternehmensbeteiligungen. Die Anleger beteiligen sich als Kommanditisten und sind dadurch am Gewinn, aber auch am Verlust beteiligt. Einen Einlagensicherungsschutz für das investierte Geld gibt es nicht. Für die Anleger besteht daher die latente Gefahr eines Verlustes des angelegten Geldes“, so der Anwalt.

Diler hält dies auch nicht für einen Einzelfall: „Wir vertreten Dutzende Beratungskunden der cpf. Laufend melden sich weitere Anleger, die sich von cpf falsch beraten sehen. Von einem bedauerlichen Einzelfall kann daher keine Rede sein“. Er ergänzt: „Uns fällt auf, dass die verschiedenen Fonds, die cpf den von uns vertretenen Anlegern empfohlen hat, sich durchweg außerplanmäßig negativ entwickeln. Vor allem die vertriebenen Schiffsfonds, aber auch Lebensversicherungsfonds sind, anders als geplant, in Schwierigkeiten geraten“.

Die Schieflage vieler Schifffonds ist angesichts der hohen Provisionen für die Anleger nicht erfreulich. Nicht nur die cpf machte hier ihr Geschäft. Auch die Deutsche Apotheker und Ärztebank ließ auszahlen. Sie kassierte für den Verkauf des Fonds MPC MS „Santa P Schiffe“ ebenfalls 14 Prozent. Die BBB Bank bekam für die Vermittlung des Schiffsfonds MT „King Edwin“ stolze zwölf Prozent. Die Volksbank Kraichgau vertrieb den Atlantic Fonds MS “Saylemoon Rickmers”/ MS “Nina Rickmers” und bekam dafür zwölf Prozent.

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  • Hallo Querbanker,
    die betroffenen alten und unwissenden Kunden gibt es genauso wie die Zocker von denen Sie sprechen. Leider sind es oft die Falschen die klagen. Ältere Menschen haben nach meiner Erfahrung oft nicht den Mut und die Lust auf einen Prozess und lassen sich leicht einreden, dass es doch ihr eigener Fehler war. Des Weiteren sind die "Berater" ja auch so "nett" gewesen.
    Allerdings kann ich recht sicher sagen, dass das Ganze nicht so einfach ist wie Sie oder das HB das darstellen. Zum einen sind nach 3 Jahren viele Fälle verjährt und zum anderen sind Vermittler, wie die von der CPF nur zur Offenlegung der Provision verpflichtet, wenn die Vertriebsprovision (nicht die Weichkosten) höher als 15% lag und das ist nur selten der Fall, um nur die wichtigsten Punkte zu nennen, damit ein Prozess aktuell gewonnen werden kann (einen Vergleich bekommt man je nach Situation schon leichter).
    Persönlich muss ich Ihnen aber sagen, dass Sie mir nicht so kompetent vorkommen, wie Sie sich hier äußern. Ein guter Vermittler hätte schon immer oder spätestens vor einigen Jahren einen Bogen um Schifffonds gemacht. Das war, wie einiges andere auch, sehr wohl zumindest teilweise absehbar. Und schließlich zählt aus meiner Sicht das Preis- Leistungsverhältnis. Das ist bei Beteiligungen mit hohen Weichkosten immer schlecht und dazu gehören praktisch fast alle Schifffonds. Sie scheinen auch noch das volle Agio von Ihren Kunden zu nehmen, so dass die Rendite und die Chancen noch mehr geschmälert werden. Bei einer Innenprovision von i. d. R. 5-10% reicht meines Erachtens die Innenprovision völlig für Ihre Beratungsleistung aus. Wie betreuen Sie denn Kunden mit Schiffsbeteiligungen? Sie können bei den meisten Beteiligungen nichts für Ihre Kunden machen, da kein vernünftiger Handel besteht. Für was wollen Sie also eine fehlende Bestandsprovision kompensiert haben?

    Viele Grüße von einem Gutachter

  • Ich kann Querbanker nur zustimmen. Wie praktisch es doch für die meisten Anleger ist, ihre falsche Investmententscheidung jetzt mit der Begründung, nicht über etwaige Provisionen aufgeklärt worden zu sein, auf den Anlageberater bzw. die Bank abzuwälzen. Keinen dieser Kunden hat die Provision interessiert. Die Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens wird hier ad absurdum geführt. Hätte der Kunde, wäre er tatsächlich über die Provisionen aufgeklärt worden, nur eine andere Entscheidung treffen können, nämlich vom Geschäft Abstand zu nehmen? Nein, es wären verschiedene Reaktionen denkbar gewesen. Abstand von dem Geschäft hätten wohl die wenigsten genommen. Es ging dem Kunden lediglich um eine möglichst hohe Rendite. Gierig war da ganz sicher nicht nur die Bank. Die, die Kritik üben, könnten ja auch mal versuchen Ihr Auto nach Jahren noch zurückzugeben. Ihr Autohändler hat sie sicher nicht darüber aufgeklärt, wieviel Provision er am Verkauf des Fahrzeugs verdient hat.

    Zudem lässt der Artikel außer Acht, dass es zahlreiche Urteile zugunsten der Vermittler gibt, die keine Falschberatung feststellen.

  • Ich habe nicht gesagt, dass ich immer die richtigen Anlageideen hatte. Hab auch schon ein paar mal bluten müssen.

    Aber wenn die sogenannten Berater vorab wüssten, wie sich die Märkte entwickeln, dann müssten sie nicht Klinken putzen, sondern hätten ihre Jacht im Mittelmeer.

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