Der Streitfall des Tages
Trotz Prepaid-Karte in der Schuldenfalle

Eine Prepaid-Karte gilt als sichere Variante, um Telefonkosten zu kontrollieren. Viele Eltern schenken ihren Kindern solche Handys. Mit einigen Aufladekarten können Nutzer aber tief ins Minus rutschen.
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Der Fall


Der Vater wollte bei seinem 14-jährigen Sohn sicher gehen: Beim Telefonieren und Surfen mit dem neuen Smartphone sollten die Kosten überschaubar bleiben. „Kinder sollten eine Wertschätzung dafür bekommen, was Telefonieren kostet“, war der Hintergedanke, als er sich bei Simplytel für die Prepaid-Variante ohne monatliche Grundgebühr entschied.

15 Euro zahlte er fürs Erste ein. Drei Tage später kam bereits die Meldung, dass die Summe aufgebraucht sei. Doch da stand das Konto schon mit 20 Euro im Minus. Weitere vier Tage später beliefen sich die Schulden auf mehr als 400 Euro. Erst dann wurde das Konto vom Anbieter gesperrt.

Bis heute weiß der Vater nicht, was diese Kosten verursachte. Er vermutet, dass sein Sohn ein Spiel erwischte, das sich im Hintergrund immer wieder einwählte. Bei einem Tarif von neun Cent pro Minute kommt die Summe bereits nach gut drei Tagen zusammen.

Mit Prepaid reingefallen ist auch eine Kundin, die glaubte, mit Gutscheinen von discoPlus ein tolles Schnäppchen gemacht zu haben. Für fünf Euro gab's ein Telefon mit einem Fünf-Euro-Startguthaben plus je 20 Euro für die beiden darauf folgenden Monate. Was sie nicht wusste: Sobald das Prepaid-Guthaben aufgebraucht war, buchte der Anbieter automatisch 15 Euro von ihrem Bankkonto ab. Ihre Bankdaten hatte sie bei der Online-Anmeldung – wie gefordert – angegeben. Mit den versprochenen 20 Euro ließen sich die Schulden allerdings nicht verrechnen.

Damit waren zusätzliche Kosten programmiert. „Aufs Prepaid sollte man sich eigentlich verlassen können“, kritisiert die Mutter von drei Kindern. „Sonst macht das mit den Prepaid-Karten keinen Sinn.“

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