Der Streitfall des Tages
Wie Versicherer Kunden in teure Tarife jagen

Wer in der privaten Krankenversicherung in einen günstigeren Tarif wechseln will, wird oft schlecht beraten. Die Folge sind überteuerte Beiträge und schlechte Leistungen. Was PKV-Versicherte wissen sollten.
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Der Fall


Herr S. ist selbstständig und 55 Jahre alt. Seit 1994 ist Herr S. bei der Gothaer über den Tarif GS2 privat krankenversichert. Als jedoch sein Beitrag von 523 auf 667 Euro steigen soll, wird es dem Unternehmer zu teuer.

Der 54jährige fragt bei seinem Versicherer nach günstigeren Alternativen. Man bietet ihm dasselbe Paket für 511 Euro monatlich an. Dafür soll sein Selbstbehalt von 420 auf 912 Euro pro Jahr steigen.

Eine typische Lösung, die die Kosten langfristig steigen lässt. S. schaltet den unabhängigen Versicherungsberater Stefan Albers aus Montabaur ein.

Der Experte prüft zunächst, welche Leistungen dem Versicherten wirklich wichtig sind. Dann schlägt er den Wechsel in den neuen Tarif MediVita 500 sowie den Tarif Z90 vor.

Jetzt zahlt S. nur noch 356 Euro im Monat. Der Selbstbehalt liegt bei 500 Euro. Dafür macht er bewusst Abstriche: Hilfsmittel wie einen Rollstuhl muss er künftig von Vertragspartnern der Gothaer beziehen, damit sie komplett erstattet werden. Ähnliches gilt für Arzneimittel und Verbandszeug. Zudem muss er jedes Jahr zum Zahnarzt gehen, sonst sinkt sein Anspruch.

Ein echter Verzicht ist das Streichen von Leistungen durch Heilpraktiker. Zudem werden nur 80 Prozent der Kosten einer Psychotherapie übernommen. Zuletzt sind logopädische Dienste auf das Leistungsverzeichnis des Versicherers beschränkt.

Die Gegenseite


Die Gothaer Versicherung bezog auf Anfrage von Handelsblatt Online zu dem anonymisierten Fall nicht Stellung.

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