Digitalisierung
Gleichstellung für die E-Rechnung

Eine Neuregelung des Steuergesetztes sieht vor, dass elektronische Rechnungen auch für die Umsatzsteuer anerkannt werden. Allerdings bleiben Tücken - so muss etwa die Archivierung für zehn Jahre sichergestellt sein.
  • 1

BerlinViele Privatkunden erhalten ihre Strom- oder Telefonrechnung mittlerweile per E-Mail. Unternehmen jedoch, die den Vorsteuerabzug geltend machen wollen, konnten bislang nicht ohne weiteres elektronische Rechnungen verwenden. Das ändert sich nun, denn zum Juli tritt eine Neuregelung im Umsatzsteuergesetz in Kraft: Die elektronische Rechnung wird der Papierrechnung gleichgestellt. Die Bundesregierung will damit Bürokratiekosten der Wirtschaft in Höhe von rund vier Milliarden Euro abbauen. „Insbesondere für mittelständische Unternehmen ist die Neuregelung eine deutliche Entlastung“, lobt denn auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Bislang wurden elektronische Rechnungen umsatzsteuerlich nur anerkannt, wenn sie mit einer qualifizierten digitalen Signatur ausgestattet waren oder per elektronischem Datenaustausch (EDI) übermittelt wurden. Kein Wunder also, dass bislang nur etwa fünf Prozent des gesamten Rechnungsvolumens in Europa auf dem elektronischen Weg abgewickelt wurde.

Künftig kann der Rechnungssteller frei entscheiden, wie er eine Rechnung senden will – wenn der Empfänger dem gewählten Weg zugestimmt hat. Für die Unternehmen ergeben sich Einsparpotenziale nicht nur bei den Druckkosten oder beim Porto, sondern auch durch eine stärker automatisierte Rechnungsbearbeitung.

Die Rechnung kann künftig mit jeder beliebigen Software und jedem beliebigen Medium erstellt werden. „Das kann direkt in einer E-Mail erfolgen oder mit einem Textverarbeitungs- oder Tabellenkalkulationsprogramm, datenbankgestützt oder sogar mittels eines Smartphones“, erklärt Stefan Groß, Steuerberater bei Peters Schönberger & Partner in München. Alle unterschiedlichen Formate seien geeignet, eine Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes darzustellen. „Davon unabhängig ist die Form der elektronischen Übermittlung“, stellt Groß klar. Die Rechnung könne per E-Mail oder Computer-Fax verschickt oder etwa als Web-Download angeboten werden. „Bei aller Euphorie über die Erleichterungen dürfen die Unternehmen aber nicht übersehen, dass auch nach den neuen gesetzlichen Regelungen die Authentizität und die Integrität einer Rechnung gewährleistet sein müssen“, warnt Groß.

Seite 1:

Gleichstellung für die E-Rechnung

Seite 2:

Kommentare zu " Digitalisierung: Gleichstellung für die E-Rechnung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wer kann, der kann. Nur wird es kaum jemanden geben, der den sogenannten dritten Weg beschreiten kann. Die Anforderungen sind einfach zu hoch und zu teuer. Deshalb wir mit der Neufassung des Signaturgesetzes auch die Stempelsignatur eingefuehrt!

    Dieser Artikel im Handelsblatt beleuchtet also nichtmal ansatzweise alle Aspekte! Also Vorsicht!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%