ETCs auf dem Prüfstand
Wenn die Goldanlage ungeahnte Risiken birgt

Derzeit erleben ETCs auf den Goldpreis einen Höhenflug. Sie spiegeln die Preisentwicklung nahezu eins zu eins. Doch ein Blick in die Verkaufsprospekte zeigt: Anleger gehen bei einem Investment hohe Risiken ein.
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Der Fall


Martina B.* ist verunsichert. Bei ihrer Hausbank wollte die Kölnerin Gold im Wert von zwei Unzen kaufen. Doch die Bankberaterin hatte weder Barren noch Münzen auf Lager. Zudem hatte die Kundin Kaufgebühren und Tresorkosten nicht einkalkuliert.

Sie geht erst mal mit einer Broschüre zu Exchange Traded Commodities (ETCs) nachhause. Diese Papiere versprechen, den Goldpreis eins zu eins abzubilden. Zudem seien sie mit physischen Gold besichert.

Doch ist Papiergold wirklich eine Alternative für Anleger, die durch die Finanzkrise verunsichert ihr Vermögen absichern wollen?


Die Relevanz

Mit Gold besicherte ETCs erleben derzeit Rekordzuflüsse. So bescherte die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA den Produkten vom Marktführer ETF Securities allein in der vergangenen Woche den zweithöchsten wöchentlichen Zufluss aller Zeiten, berichtet ETF Securities. Demnach investierten Anleger in den Gold Bullion Securities, den ETFS Physical Gold, den ETFS Physical Swiss Gold und den ETFS Physical Asian Gold weltweit insgesamt 265 Millionen Euro.

Auch bei den übrigen Anbietern brummt das Geschäft. Weltweit lagerten bereits Ende des zweiten Quartals mehr als 2.200 Tonnen Gold in den Tresoren der Anbieter von ETCs und physisch besicherten ETFs.

Für deutsche Anleger sind allein über das Handelssystem Xetra physisch besicherte ETCs mit einem Gesamtvolumen von 15 Milliarden Euro handelbar. Schweizer oder US-Produkte sind im Prinzip zwar hierzulande ebenfalls erhältlich. Doch hier ist Vorsicht geboten: Diese Produkte sind nicht zum Vertrieb in Deutschland zugelassen. Wer sich dafür interessiert, sollte einen Steuerberater einschalten, um Nachteile zu vermeiden.

Kommentare zu " ETCs auf dem Prüfstand: Wenn die Goldanlage ungeahnte Risiken birgt"

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  • Das Goldverbot galt in den USA. In der DDR war der Besitz von Gold erlaubt, nur gab es zu gut wie keines zu kaufen. In der Sowjetunion gab es in jeder größeren Stadt Goldshops, die überquollen vor Ringen und Edelsteinen.

  • Physisch (anfassbar) vorhandene Edelmetalle kennen kein Ausfallrisiko (außer staatl. Raub oder Goldverbot im Sozialismus)!!!

  • Wer mit dem Schlimmsten rechnet, sollte sich neben physischem Goldbesitz noch mit einer Schnellfeuerwaffe + Munition von H&K eindecken. Das Gold vergraben im Gemüsebeet und das geladene HK50 bzw. G36 neben dem Bett. Zugegeben nicht ganz ernst gemeint, aber wenn es so weitergeht ...?

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