EU-Studie: Verbraucherkredite im Internet sind zu undurchsichtig

EU-Studie
Verbraucherkredite im Internet sind zu undurchsichtig

Wer einen Kreditvertrag im Internet abschließt, sollte vorsichtig sein. Eine Studie der EU-Kommission zeigt, dass bei 70 Prozent der Online-Kreditanbieter, wichtige Informationen zu Kosten und Zinsen fehlen.
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DüsseldorfGründe, einen Kredit aufzunehmen, gibt es viele: die neue Küche, der neue Riesen-Fernseher, eine Weltreise. Im Internet werben zahlreiche Unternehmen mit vermeintlich günstigen Kredit-Angeboten. Doch wer einen solchen Kredit abschließen will, sollte vorsichtig sein.

Eine EU-weite Untersuchung solcher Websites und ihrer Angebote hat nun gezeigt, dass Kunden bevor sie den Kreditvertrag unterschreiben, häufig nicht alle Informationen bekommen, die ihnen laut EU-Verbraucherrecht zustehen. Wie eine am Dienstag von der EU-Kommission in Brüssel veröffentlichte Studie zeigt, mangelt es insbesondere an konkreten Angaben zu Laufzeit, Zinssatz und Gesamtkosten.

In Deutschland wurden insgesamt 26 Websites überprüft, auf 20 Seiten fanden die Prüfer Mängel. "Auf einigen Seiten war gar nicht zu erkennen, wer der Kreditgeber ist", sagte Sven Gebauer von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gegenüber Handelsblatt Online. Zudem müssen die Anbieter ein repräsentatives Beispiel für einen Kredit veröffentlichen, wobei der Zinssatz so gewählt werden muss, das ihn zwei Drittel der Kunden bekommen können.

"Auf manchen Seiten fehlten diese repräsentativen Beispiele komplett, auf anderen wurde mit Traumzinsen gerechnet, die niemand bekommen kann", sagte Gebauer. Zu den Pflichtangaben gehört außerdem der effektive Jahreszins, in den sämtliche Kosten eingerechnet werden müssen. "Bei vielen Zinsangaben war nicht klar, ob es sich tatsächlich um den effektiven Jahreszins handelt und auf einigen Seiten wurden zusätzliche Kosten für Provisionen gefunden", so Gebauer.

Ingesamt haben die nationalen Aufsichtsbehörden 562 Websites in allen 27 EU-Mitgliedsländern sowie Norwegen und Island überprüft. Bei 70 Prozent der Seiten wurde eine weitere Prüfung eingeleitet. In der Werbung fehlten beinahe auf jeder zweiten Seite (46 Prozent) ganz entscheidende Angaben wie beispielsweise der effektive Jahreszins – dieser ist wichtig, um unterschiedliche Angebote vergleichen zu können. Auch Angaben, ob eventuell verpflichtende Nebendienstleistungen (zum Bespiel eine Versicherung) bei den angegebenen Gesamtkosten schon berücksichtigt wurden oder zur Kreditlaufzeit waren in der Werbung oft unvollständig.

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Seite 2:

Bei 43 Prozent der Angebote fehlten Informationen

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