EuGH-Gutachter Bahn-Kunden könnten auch bei Unwetter entschädigt werden

Womöglich können Kunden von der Bahn in Zukunft auch eine Entschädigung bei Verspätung wegen höherer Gewalt verlangen. Ein EuGH-Gutachter sieht in der EU-Verordnung nämlich keine Haftungsbeschränkung bei Unwetter.
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Eine Regionalbahn der deutschen Bahn. Womöglich kommt die Entschädigung der Kunden auch bei höherer Gewalt. Quelle: dpa

Eine Regionalbahn der deutschen Bahn. Womöglich kommt die Entschädigung der Kunden auch bei höherer Gewalt.

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LuxemburgEuropas Eisenbahnunternehmen müssen ihren Kunden künftig womöglich auch dann eine Entschädigung zahlen, wenn Verspätungen durch höhere Gewalt wie etwa Unwetter verursacht wurden. Dies forderte der Gutachter des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), Niilo Jääskinen, am Donnerstag in Luxemburg im Streit um Regelungen des österreichischen Eisenbahnunternehmens ÖBB. Das Gericht entspricht zumeist den Anträgen seiner Generalanwälte. Das Urteil wird in einigen Monaten erwartet. (Az. C-509/11)

Nach Auffassung des Generalanwalts schließt die „EU-Verordnung über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr“ keine Haftungsbeschränkung bei Verspätungen wegen höherer Gewalt aus. Die Verordnung von 2007 wolle vielmehr „den Verbraucherschutz stärken“, betonte Jääskinen.

Dem Gerichtsgutachter zufolge kommen die häufigsten Fälle höherer Gewalt wie etwa schwierige Wetterverhältnisse, Beschädigungen an Gleisen oder Streiks „mit vorhersehbarer statistischer Regelmäßigkeit“ vor. Die Bahngesellschaften könnten dies deshalb bei der Berechnung des Fahrpreises berücksichtigen.

Fahrgäste haben bislang nur Anspruch auf Entschädigung, wenn ein Bahnunternehmen Schuld an der Verspätung hat. Die Entschädigung beträgt mindestens 25 Prozent des Ticketpreises bei Verspätungen zwischen einer Stunde und 119 Minuten und mindestens 50 Prozent bei Verspätungen von zwei Stunden und mehr.

  • afp
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2 Kommentare zu "EuGH-Gutachter: Bahn-Kunden könnten auch bei Unwetter entschädigt werden"

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  • Selten so gelacht. Die Fluggesellschaften zahlen zumeist erst dann, wenn Sie vor den Kadi gezogen werden.

  • Wer mit dem Flugzeug konkurrieren will, muß auch dessen Randbedingungen übernehmen. Und die zahlen auch.

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