EuGH-Urteil zu Air Berlin: Flugpreise müssen alle Kosten enthalten

EuGH-Urteil zu Air Berlin
Flugpreise müssen alle Kosten enthalten

Flüge für 99 Cent? Das waren typische Lockvogelangebote, denn hinzu kamen noch hohe Steuern und Gebühren. Laut Europäischem Gerichtshof müssen die tatsächlichen Preise für die Kunden sofort sichtbar sein.
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DüsseldorfBei der Flugbuchung im Internet müssen die Flugpreise für den Kunden auf den ersten Blick inklusive aller Kosten sichtbar sein. Das hat heute der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden (Az.: C-573/13). Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), da Air Berlin im Jahr 2008 Flugpreise im Internet falsch ausgewiesen hatte. Die Airline hatte mit Flügen ab 99 Cent geworben. Doch zahlen mussten Reisende durch Steuern, Flughafengebühren und Kerosinzuschläge letztlich ein Vielfaches. Nur für einen ausgewählten Flug sei unterhalb der Vergleichstabelle der wahre Preis zu sehen gewesen.

Der zu zahlende Endpreis müsse im Rahmen eines elektronischen Buchungssystems schon bei der erstmaligen Angabe ausgewiesen werden, so das Gericht. Dies gilt nicht nur für den vom Kunden ausgewählten Flugdienst, sondern auch für jeden Flugdienst, dessen Preis angezeigt wird.

Der EuGH hat mit seinem Urteil eine EU-Verordnung ausgelegt. In der heißt es: „Die Kunden sollten in der Lage sein, die Preise verschiedener Luftfahrtunternehmen für Flugdienste effektiv zu vergleichen. Daher sollte der vom Kunden zu zahlende Endpreis für aus der Gemeinschaft stammende Flugdienste jederzeit ausgewiesen werden, einschließlich aller Steuern, Gebühren und Entgelte.“

Die Airline selbst hielt den Vorwurf im Vorfeld des Urteils für überholt. Sie habe die Preisanzeige auf der Internetseite schon vor der Klage teilweise geändert. Wer jetzt einen Flug sucht, bekommt eine Tabelle mit möglichen Abflugzeiten und den Preisen inklusive Steuern und Zuschlägen angezeigt. Zusätzlich kann man Netto-Flugpreis, Steuern, Treibstoff- und Sicherheitszuschlag einblenden. Für Air-Berlin-Kunden dürfte sich nach Einschätzung eines Sprechers auch nach dem Urteil nichts ändern.

Auch wenn sich der Vorwurf gegen Air Berlin erledigt haben dürfte, haben Verbraucherschützer auf ein Grundsatzurteil gepocht. Das Problem liege inzwischen weniger bei Fluggesellschaften als bei Online-Reisebüros, sagt Kerstin Hoppe vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Die zeigten Servicepauschalen und Zahlungsgebühren oft erst spät an.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EuGH-Urteil zu Air Berlin: Flugpreise müssen alle Kosten enthalten"

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  • Mondpreise
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    ■ Schnäppchenangebot: Flug Hamburg-München nur 0,99 Euro
    ■ Schnäppchenangebot: Flug von Frankfurt nach New York nur 1,99 Euro

    Das sind reine Lockangebote. Hinzu kommen noch diverse Steuern und Abgaben. So werden aus dem Schnäppchenpreis von 0,99 Euro schnell über 50 Euro und mehr.
    Es ist gut, dass jetzt die wahren Preise sofort ersichtlich sein müssen.
    Das wird vielen Anbietern natürlich nicht gefallen, denn das war schließlich ihr "Geschäftsmodell"!

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