Europa hat gewählt: Das sind die gefährlichsten Finanzprodukte

Europa hat gewählt
Das sind die gefährlichsten Finanzprodukte

Nach einer Online-Abstimmung stehen jetzt die „Gewinner“ fest. Den gefährlichsten Finanzprodukten in Europa drohen nun strengere Regulierungen oder sogar ein Verbot. Auch die Deutsche Bank steht am Pranger.
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DüsseldorfEigentlich werden bei Casting-Wettbewerben stets die besten Sänger, die größten Talente oder die schönsten Frauen gesucht. Ganz anders bei der Aktion „Europa sucht das gefährlichste Finanzprodukt“ des Grünen-Europaabgeordneten Sven Giegold. Hier standen Fonds, Zertifikate und andere umstrittene Produkte zur Wahl. Zu gewinnen gab es deshalb auch keine Platten- oder Modelverträge, sondern die zweifelhafte Ehre, künftig stärker reguliert oder sogar verboten zu werden.

Jetzt stehen die Gewinner fest: Platz eins in der Kategorie „Produkte, die Umwelt, die Armen oder Dritte schädigen“ belegten Nahrungsmittelfonds mit 71 Prozent der Stimmen. In der Kategorie „Produkte, die Verbraucher oder Investorinnen schädigen“ votierten knapp 47 Prozent der rund 2000 Teilnehmer für Kreditausfallversicherungen (CDS) auf Staatsanleihen aus Schwellenländern.

Für den Wettbewerb wurden zunächst sechs Wochen lang über die Internetseite des Projekts Nominierungen gesammelt. Giegold ging es insbesondere um Produkte, die intransparent oder unnötig komplex sind, die Risiken verschleiern oder anderen Schaden zufügen. Insgesamt wurden 150 Vorschläge eingereicht und 50 verschiedene Produkte genannt.

Eine Jury aus Finanzexperten bewertete die Vorschläge und wählte acht Produkte in die nächste Runde. Dort traten sie in zwei Kategorien an. Bis Donnerstagnacht haben etwa 2000 Personen online über die Produkte abgestimmt. „Die Gewinner sind so deutlich, dass ich glaube, dass das gleiche Ergebnis auch bei einer repräsentativen Umfrage herausgekommen wäre“, sagt Giegold.

Allein bei der Benennung der Sieger soll es aber nicht bleiben. In Kürze will Giegold mit der Europäischen Finanzaufsichtsbehörde ESMA über die Gewinnerprodukte diskutieren. Die ESMA könne dann der EU-Kommission eine strengere Regulierung oder ein Verbot vorschlagen.

Mit dabei sollen auch die Jury-Mitglieder sowie die Einreicher der Vorschläge sein. Die Nahrungsmittelfonds waren von dem Münchener Verein „Geld und Sinn“ vorgeschlagen worden, der sich für ethisch-ökologische Finanzbildung einsetzt. Der nominierte Fonds „DB Platinum Agriculture Euro“ der Deutschen Bank soll stellvertretend für die gesamte Produktgruppe stehen.

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  • Zerties würde ich nicht per se verteufeln.Es gibt auch Open-End Index Zerties ,z.B.auf den DAX .. die den DAX 1 :1 nachbilden.Genauso gut oder schlecht wie Indexfonds aber man spart sich die Kosten wie Ausgabeaufschlag,Management-und ggf.Depotgebühren.
    Über die Zeit macht das viel aus.Sicher das Emittentenrisiko bleibt,aber wenn man sich eine solide Bank raussucht, besser als ein Fonds und hinter den großen Fonds wie DWS,Deka etc. stehen ja auch am Ende nur die Banken oder Sparkassen.

  • Die extreme Labilität unseres Geldsystems hängt zunächst mal nicht mit Derivaten zusammen sondern mit dem Konzept des fractional reserve banking in Verbindung mit dem (natürlich seit jeher bestehenden) Zinseszinssystems. Das exponentielle Wachstum der Giralgeldmenge, unterstützt durch die Niedrigzinsen der Zentralbanken (oder auch ganz direkt durch exorbitante Aufkäufe von Staatsanleihen oder Wertpapieren) erzeugt immer extremere Blasen - aber jedem Boom folgt stets der Bust. Nur eben inzwischen in einer globalen Größenordnung mit potentiell apokalytischer Zerstörungskraft. Derivate, Produkte die grundsätzlich nichts anderes sind als Wetteinsätze und Wettversprechen, sind der Turbo zur Zündung der F-Bombe. Eine konsequente Regulierung über möglichst viele Rechtsräume könnte die Risiken einer globalen finanznuklearen Detonation eine Zeit lang reduzieren, womöglich sogar erheblich. Aber eine Lösung ist auch das nicht.

  • wieso? Das Seitenlayout von www.dangerous-finance.eu sieht doch total chic aus. Und wir sind uns doch einig, dass es nur darauf ankommt.

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