Europavergleich
Kartenbetrüger auf Wanderschaft

Auf der Suche nach der Lücke im System kehren viele Kartenbetrüger dem Geldautomaten den Rücken. Auf welche Methoden sie nun setzen, wo sie damit in Europa besonders erfolgreich sind - und wie sich Verbraucher schützen.
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DüsseldorfDer Geldautomat hat ausgedient. Nicht bei jenen, die vom eigenen Konto Bargeld ziehen wollen, sondern bei Betrügern, die darüber Kartendaten abschöpfen und dann mit gefälschten Karten fremde Konten plündern. In Deutschland gehen die Schäden durch dieses sogenannte Skimming stetig zurück. Laut Debit-Statistik von Euro Kartensysteme, einer Einrichtung der Deutschen Kreditwirtschaft, sanken die Schäden im ersten Halbjahr 2014 verglichen zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent.

Doch eine solch positive Entwicklung zeigt sich nicht in allen europäischen Ländern und erst recht nicht bei allen Betrugsmethoden. Das US-Unternehmen Fico – ein Spezialist für Betrugsbekämpfung und „Predictive Analytics“ etwa im Bereich Banken und Versicherungen – hat die Betrugsverluste in 19 europäischen Ländern analysiert. Das Ergebnis: Insgesamt sind die Verluste angestiegen, sie lagen 2013 bei 1,55 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 1,45 Milliarden Euro. Der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2008 wurde damit noch einmal um rund drei Millionen Euro übertroffen.

Die Detaildaten hat Fico in einer interaktiven Grafik zusammengefasst, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt. Für Deutschland zeigen sie: Im Vergleich zum Vorjahr ist der Betrugsverlust um 3,3 Prozent auf 116 Millionen Euro gesunken. Beim Vergleich der höchsten Verluste belegt Deutschland damit den dritten Platz hinter Frankreich (429 Millionen Euro Betrugsverlust) und Großbritannien (535 Millionen).

Bei der Bewertung dieser Zahlen muss jedoch stets die Entwicklung der vergangenen Jahre mit einbezogen werden. „Seit dem Allzeithoch in Deutschland vor vier Jahren sind die Verluste zwar schrittweise zurückgegangen, sie liegen aber immer noch um mehr als ein Drittel höher als im Jahr 2008“, analysiert Martin Warwick, Experte für Kartenbetrug bei Fico in Europa.

Außerdem muss die Größe des nationalen Kartenmarktes beachtet werden. Sind wenige Karten in Umlauf, gibt es auch weniger Betrugsfälle. So verzeichnete etwa Russland einen Betrugsverlust von mehr als 104 Millionen Euro – ein Plus von 27,6 Prozent. „In Russland wächst der Einsatz von Plastikgeld noch kräftig, deshalb ist auch der Anstieg der Betrugsfälle sehr hoch“, so Warwick.

„Gefährlich wird es erst, wenn der Betrug weiter zunimmt, obwohl der Markt sich stabilisiert hat.“ Den prozentual größten Rückgang gab es dagegen in den Niederlanden: ein Minus von knapp elf Prozent auf 56,5 Millionen Euro. „Der niederländische Kartenmarkt ist stabil und hier wurde in die Betrugsbekämpfung investiert“, sagt Warwick.

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  • Warum soll der Kunde für einen Teil des Schadens aufkommen? Auf die Art und Weise der Schutzsysteme hat er doch gar keinen Einfluss. Außerdem wurde doch deutlich gemacht, dass Schutzsysteme ihre Wirkung erst voll entfalten, wenn die Unternehmen ihre Mitarbeiter entsprechnd schulen, nur da wird anscheinend gespart.

  • So lange es den "Kunden" nichts kostet ... wird sich nichts ändern.

  • Solange Betrugsschäden den Kunden nicht tangieren, wird sich die Betrugsquote kaum weiter senken lassen. Eine Folge des überzogenen Kundenschutzes.

    Wie wäre es, wenn der Kunde einen Teil des Schadens selbst tragen müßte (ähnlich der Selbstbeteiligung bei Schadenversicherungen), womöglich mit einer Höchstgrenze, um den unglücklichen nicht zu ruinieren.

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