Ex-Börsenguru
Frick schweigt zu Betrugsvorwürfen

Markus Frick hat seinen Ruhm als Börsenexperte zu Geld gemacht. Er soll Aktienkurse manipuliert und Anleger betrogen haben. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft – die geprellten Anleger könnten dennoch leer ausgehen.
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FrankfurtDer Mann, der angeblich Millionäre macht, ist an diesem Donnerstag im Frankfurter Landgericht ziemlich blass. Schmal sitzt Ex-Börsenguru Markus Frick zwischen seinen beiden Anwälten und hört sich über eine Stunde lang die Anklage des Staatsanwalts Torsten Krach an. Die ist zwar in der äußeren Form mit einer Auflistung von insgesamt 90 vollendeten Betrugsfällen ziemlich spröde, hat es aber in sich. Nach einem ersten, nur teilweise erfolgreichen Prozess im Jahr 2011 versuchen deutsche Ermittler erneut, dem schillernden Aktienexperten Betrug zu beweisen.

Am Ende könnte für den 41 Jahre alten Frick eine Haftstrafe von zehn Jahren stehen, sollte er tatsächlich wegen bandenmäßigen Betrugs verurteilt werden. Doch so weit ist die 28. Strafkammer unter Vorsitz des erfahrenen Richters Michael Wiens noch lange nicht. Vorerst zieht es der Hauptangeklagte vor zu schweigen, mindestens bis zum nächsten Termin am 5. November.

Seit mehr als zehn Jahren ist der smarte Bäcker mit großspurigen Versprechungen ein heißer Tipp unter risikofreudigen Anlegern. „Ich mache sie reich“, versprach schon der Titel seines ersten Buches, es folgten etliche Börsenbriefe, Hotlines und TV-Börsenshows beim privaten Sender N24, die Fricks Gemeinde kontinuierlich vergrößerten und den Meister selbst bald auch zum Gast in ARD-Talkshows machte.

Mit der Frick-Show „Make Money“ war 2007 Schluss, als erste Vorwürfe der Kursmanipulation öffentlich wurden. Im April 2011 verurteilte das Landgericht Berlin Frick zu 21 Monaten Haft und ließ ihn über eine ihm zugerechnete Stiftung 42 Millionen Euro an die Staatskasse zahlen. Betrug ließ sich allerdings nicht nachweisen.

Folgt man der Frankfurter Anklage, hat Frick noch in der auf drei Jahre ausgesetzten Bewährungszeit das illegale Geschäftsmodell mit zwei ebenfalls angeklagten Komplizen wiederbelebt. Fricks Name taucht in den Publikationen des „Deutschen Aktiendienstes“ zwar nicht auf, die in mehreren Stufen an rund 3000 Interessenten verschickt werden. Frick gilt den Ermittlern aber eindeutig als Initiator und Verfasser des E-Mail-Dienstes.

Die hochtrabenden Versprechungen für bislang kaum gehandelte Aktien wie Letsbuyit, Autev und Venatus wecken die Gier der Anleger. Die Aktie stehe vor einem „lupenreinen Turnaround“, heißt es zum Beispiel über ein schwächelndes Papier, das zuvor bereits als „Kursrakete“ gefeiert worden war. Über die Venatus-Aktie war zu lesen: „Eine Kurssteigerung um 100 Prozent würde nicht überraschen.“ Stets versprach der „Deutsche Aktiendienst“, die Titel selbst in sein angeblich einflussreiches Musterdepot aufzunehmen.

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