Bafin: Banken sollen schneller Gerichtsurteile umsetzen

Finanzaufsicht
So will die Bafin Verbraucher besser schützen

Jährlich erreichen die Finanzaufsicht Bafin 17.000 Verbraucherbeschwerden. Die Behörde will jetzt dafür sorgen, dass höchstrichterliche Entscheidungen schneller von Banken und Sparkassen umgesetzt werden.
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BerlinDeutschlands oberster Wertpapieraufseherin, Elisabeth Roegele, reicht es. Regelmäßig bekommt die Bafin Beschwerden von Bankkunden. Die regen sich zum Beispiel darüber auf, dass Entscheidungen des Bundesgerichtshofes zugunsten der Verbraucher wie bei Darlehensgebühren oder Widerrufsmöglichkeiten von Immobilienkrediten von ihren Hausbanken nicht oder erst mit großer Verzögerung umgesetzt werden.

Im kommenden Jahr will die Bafin deshalb einen Blick hinter die Kulissen werfen. Banken sollen darüber Auskunft geben, wie sie organisatorisch aufgestellt sind, um Gerichtsentscheidungen, die für sie einschlägig sind, auch umzusetzen. „Und zwar bis in die letzte Vertriebseinheit“, sagte Roegele auf dem Verbraucherschutzforum der Bafin am Dienstag in Frankfurt. „Wenn wir die Institute anschreiben, lenken die meisten schnell ein“, so die Wertpapieraufseherin.


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Aber die Bafin will sicherstellen, dass die Institute strukturell für die Umsetzung von Gerichtsentscheidungen gerüstet sind. Jährlich erreichen die Bafin rund 17.000 Beschwerden. Davon entfallen 11.000 auf Versicherer, 6000 auf Banken und rund 1000 auf Wertpapierunternehmen.

Mit diesem Schritt will die Bafin dafür sorgen, dass Verbraucherbelange in den Vordergrund treten. „Vor zehn Jahren war Verbraucherschutz noch nicht auf den Fluren zu hören“, erinnert sich Marcus Pleyer, der damals für die Bafin tätig war und jetzt in der Finanzmarktabteilung des Bundesfinanzministeriums für den Verbraucherschutz im Finanzmarkt tätig ist.

Das hat sich fundamental gewandelt. Nachdem Bundesbürger Milliarden in den Sand gesetzt haben, weil sie auf windige Angebote von S&K, Infinus, Prokon reingefallen sind, zog die schwarz-rote Koalition Konsequenzen. Mit dem Kleinanlegerschutzgesetz wurde die Bafin mit neuen Befugnissen ausgestattet. Gleichzeitig wurde der Verbraucherschutz als Aufsichtsziel verankert.

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Bonitätsanleihen könnten verboten werden

Kommentare zu " Finanzaufsicht: So will die Bafin Verbraucher besser schützen"

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  • und der desolaten Fehlentwicklung der Krankenkassen!

  • Die Bafin war bis dato nicht für den Deutschen Sparer und Verbraucher da und wird es auch in Zukunft nicht sein.
    Die Bafin hätte man gebraucht, als die Deutsche Willkürpolitik den Maastricher Vertrag aufgekündigt hat. Zum Schaden der Sparer und Rentner in Deutschland!

  • Hahaahhahahahah!!!

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