Finanzdienstleister

Infinus soll 25.000 Anleger betrogen haben

Die Finanzfirmengruppe Infinus soll Anleger im großen Stil betrogen haben. Bei Razzien wurde Beweismaterial sichergestellt und sechs Deutsche festgenommen. Bei den Vorwürfen geht es um ein Volumen von 400 Millionen Euro.
Update: 06.11.2013 - 17:26 Uhr 66 Kommentare
Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen acht Mitarbeiter von Infinus im Alter von 35 bis 55 Jahren. Quelle: dpa

Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen acht Mitarbeiter von Infinus im Alter von 35 bis 55 Jahren.

(Foto: dpa)

DresdenDie Dresdner Finanzfirmengruppe Infinus steht im Verdacht, rund 25.000 Anleger betrogen zu haben. Wie das sächsische Landeskriminalamt am Mittwoch mitteilte, wird gegen insgesamt acht Mitarbeiter in Deutschland und Österreich wegen Betrugsverdachts ermittelt. Sie sollen bei der Ausgabe von Orderschuldverschreibungen falsche Angaben zur Vermögens- und Ertragslage von Emittenten gemacht haben. „Bei dem Vertrieb von Finanzprodukten soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein“, sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase. Geldanlagen in Höhe von 400 Millionen Euro sollen betroffen sein. Wie hoch die Schadenssumme genau ist, steht derzeit aber noch nicht fest.

„Für Anleger heißt es nun, besonders aufmerksam die Entwicklung zu beobachten: Sie sollten die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aufmerksam verfolgen und gegebenenfalls anwaltliche Beratung einholen“, sagt Klaus Nieding, Anwalt für Kapitalmarktrecht, gegenüber Handelsblatt Online.

Nach Angaben von Haase sei noch zu untersuchen, ob es sich um ein sogenanntes Schneeballsystem gehandelt habe. In seinem solchen System werden etwa Zahlungen an Anleger durch die Einlagen von Neukunden finanziert. Bei einer Oderschuldverschreibung verpflichtet sich der Schuldner, an einen namentlich genannten Gläubiger zu zahlen. Die Forderung ist übertragbar. Die Anlageform gilt als riskant, weil Anleger nicht durch ein Einlagensicherungssystem vor dem Totalverlust geschützt sind.

Bei den Untersuchungen seien sechs Deutsche verhaftet worden. Auch gegen zwei Österreicher werde ermittelt. Beamte der Staatsanwaltschaft Dresden und des Landeskriminalamtes Sachsen durchsuchten am Dienstag in Dresden, Stuttgart, in der Nähe von Köln, Frankfurt, Traunstein sowie in Salzburg die Geschäftsräume von rund 30 Firmen sowie die Privaträume der insgesamt acht Beschuldigten im Alter von 35 bis 55 Jahren. Bei den Razzien sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden. Bei dem Einsatz waren insgesamt mehr als 400 Beamte im Einsatz.

„Der Fall Infinus hat aber auch eine übergeordnete Komponente: Er zeigt einmal mehr deutlich die Missstände am so genannten grauen Kapitalmarkt. Der ist ein regelrechtes Eldorado für Anlagebetrüger. Gerade Privatanleger werden hier Jahr für Jahr konsequent übers Ohr gehauen und verlieren Milliardensummen. In vielen Bereichen des grauen Markts hat der Gesetzgeber viel zu lange weggeschaut“, sagt Anwalt Nieding. Infinus hatte die Vorwürfe bereits am Dienstag zurückgewiesen und die Durchsuchungen als unverständlich bezeichnet. „Aus unserer Sicht sind die Vorwürfe haltlos und durch nichts zu begründen“, teilte Infinus-Vorstandsmitglied Kewan Kadkhodai mit. In Zusammenarbeit mit den Behörden wolle man alles tun, „um schnell und unmissverständlich auf eine schnelle Aufklärung der Vorwürfe zu dringen".

Der Finanzdienstleister wurde 2002 in Dresden gegründet und ist im Bereich Vermögensverwaltung tätig. Das rasante Wachstum des Finanzdienstleisters hat in der Branche für Verwunderung gesorgt. Nach eigenen Angaben hat Infinus im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Umsatz von knapp 22 Millionen Euro erzielt - das entspricht einem Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das verwaltete Vermögen stieg sogar um 47 Prozent auf 820 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

  • dpa
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66 Kommentare zu "Finanzdienstleister: Infinus soll 25.000 Anleger betrogen haben"

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  • Und jetzt müssen "Sie" uns nur noch verraten, warum "Sie" sich ausgerechnet dieses Thema so zwanghaft reinsaugen...

    Betroffener? Schwenkt Justizia bereits imaginät ihr Schwert vor "Ihren" Augen... Guter Rat: wer solche Anlagen verscheppert, hat immer und immer wieder Probleme und für dieses Risiko ist die Provision erbärmlich bemessen gewesen... wieso glauben "Sie" sehen die "Herren Vorstände wohl so gut genährt aus..."

    Wenn man zu den Anlegern noch die Vermittler hinzurechnet, die solche Anlagen vermittelt haben, werden es wohl 30 TSD Geschädigte werden. Die einen wurden geschädigt am Vermögen und die Anderen sind oder müssen geistig geschädigt sein wenn sie solchen Mist unters Volk gebracht haben!

    >> Liebe Geschädigte warum macht ihr immer und immer wieder die selben Fehler? <<

  • Also "wir" verstehen exakt was gemeint ist und was nun ermittlungstaktisch abläuft! Was glauben Sie warum die die U n t e r s u c h u n g s h a f t angeordnet wurde?

    Wie naiv können manche Zeitgeister und ewig Gestrige nur sein...

    DAS SPIEL IST AUS!

    Und die Untersuchungshaft endet für "den" als erstes, der das System und die Verfehlungen offenbart... `

    WETTEN DASS?

    PS: Wie naiv kann man nur sein, solchen Firmen sein gutes sauer verdientes (hoffentlich versteuertes) Geld anzuvertrauen? - Oder war alles nur Schwarzgeld, dem keiner hinterher weint? Unseriöses graues Gesindel...


  • Muss man in solch einer Bude seine Penunzen hinterlegen ?

  • Ich habe selten soviel Müll,halbseidene Meinungen,selbstgefälliges Geschwafel,dummes und ignorantes Geschwätz gelesen, wie in diesem Forum. Manche Wissen mehr als die ermittelnden Staatsanwälte,Respekt. Woher habt ihre eure Insiderinformationen?Aus dem Kaffeesatz,einer Glaskugel oder raucht ihr was spezielles,erleuchtendes? Wahnsinn wieviel Durchblicker hier ihren geistigen Dünnpfiff ablassen,gelle Anonym.Wieso eigentlich Anonym?

  • Weg ist weg...
    Bilanzkosmetik
    hin- oder her!

    Das wars... vielleicht begreift Frau Bundesmerkel & Co. nun was die Reguliererei aus Brüssel taugt...

    Versagen auf breiter Front!


    IM Erikas
    Belustiger

  • @EinMannAusDresden

    Warum sich der MannAusDresden bei dem Thema hier so engagiert, wo er sich doch selbst in keinster Weise involviert oder betroffen sieht, versteht wohl nur wer selbst aus Dresden kommt...

    cui bono?

  • Zu Ihrer Beruhigung, ich arbeite weder in der Finanz- noch in der Anlage- noch in der Versicherungsbranche...

    Ich frage mich allerdings bei welcher RA-Kanzlei sie ein Praktikum absovieren... zumindest im Netz beiten ja schon ein gutes Dutzend dieser Spesenritter seine Dienste an!

  • Ich träume nicht, und schon gar nicht vom Reichtum...

    Mich ärgert lediglich dummes und substanzloses Gequatsche von vermeintlichen Gutmenschen, die genausowenig wie ich irgendwelche Fakten kennen, aber immer weider diesselben pawlowschen Reflexe bedienen!

  • @EinMannAusDresden
    .
    Nur die "klügsten" Kälber,
    wählen Ihren Schlachter selber"
    .
    Ihr
    totaler
    Volksempfänger

  • "EinMannAusDresden" träumt... weiter... vom schnellen Reichtum :-)))

    Sie haben es immer noch nicht durchschaut und schon gar nicht kapiert...

    Im Prinzip, ist die infnus nur noch auf dem Papier existent. Das Vermögen eingefroren (bzw. das was noch davon übrig ist) und rückgewährt wird nach Gläubigerliste und Quote...

    Ich vermute aber: die meisten werden auf dem kompl. Schaden sitzen bleiben. Bekanntes Muster!

    "MannAusDresden" Sie tun mir leid' und Ihre Kunden noch mehr. Ihre Naivität und Ihr Unwissen sind bezeichnend Sie reihen sich ein in eine typische Verlierergruppe...

    GELD IST EIN SCHEUES REH!

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